Handball: Regionalligist TSG Harsewinkel tritt heute um 20.15 Uhr bei der TG Hörste an. Deren Trainer sieht die TSG als Top-Drei-Kandidaten.
Als Favorit ins gallische Dorf
Von Dirk Heidemann
Harsewinkel. Zweiter Spieltag, erstes Derby. Nach dem 27:19-Auftaktsieg über Aufsteiger TuS Möllbergen steht für Handball-Regionalligist TSG Harsewinkel heute Abend gleich ein Saison-Highlight an. Um 20.15 Uhr erfolgt in der Sporthalle Masch in Halle der Anwurf bei der TG Hörste.
Die ist zwar mit einer 30:40-Niederlage beim Drittliga-Absteiger LIT II gestartet, von einer Klatsche könne allerdings keine Rede sein, meint Manuel Mühlbrandt. „Sie haben es phasenweise richtig gut gemacht, aber einige Chancen liegen gelassen, die sie vor allem im Eins-gegen-Eins nicht genutzt haben“, sagt der TSG-Trainer. Um einer eventuellen Favoritenrolle gerecht werden zu können, müsse seine Mannschaft zwei sehr gute Halbzeiten spielen – und nicht nur eine, die gegen Möllbergen zur 16:7-Pausenführung führte. Die Frage, ob sie zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison dazu bereits in der Lage ist, müsse die Mannschaft selbst beantworten, so „Mühle“. Der Verein zumindest hat mit seiner Personalpolitik dafür gesorgt, dass vor allem im Rückraum nahezu ohne Qualitätsverlust gewechselt werden kann.
Dieser Mannschaftsteil bereitet der TG Hörste dann auch die meisten Sorgen. Trainer Matze Baier tippt die TSG mit ihren beiden Drittliga-Neuzugängen Julian Borren und Fynn von Boenigk sogar als Top-Drei-Kandidaten. Besonders der Rückraum mit der großen Auswahl an wurfgewaltigen Leuten hat es ihm angetan. Die Hörster bekunden Vorfreude auf den ersten Derby-Freitag der Saison, haben aber auch großen Respekt. Die TG kann in Bestbesetzung auflaufen und will sich vor allem in der Deckung nach der schwachen zweiten Halbzeit bei LIT II, zur Pause lag die Baier-Truppe nur mit 12:15 hinten, steigern.
„Max Schäper und Silvan Tarner sind Regionalliga-Ausnahmespieler. Doch die große Stärke der Hörster ist ihre Geschlossenheit, sie sind ein gallisches Dorf“, äußerst sich Manuel Mühlbrandt ebenfalls sehr respektvoll über den Gegner, der in der Vorsaison schon abgestiegen schien, mit einem Kraftakt in der Rückrunde aber doch noch den Klassenerhalt schaffte. Auf Seiten der TSG stehen ebenso wie bei der TG Hörste alle Akteure zur Verfügung. Linksaußen Jannis Falkenberg, der sich gegen Möllbergen eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte, ist am Dienstag wieder ins Training zurückgekehrt.
Möglicherweise wird Manuel Mühlbrandt zunächst nur 13 Spieler nominieren, um auf Ausfälle reagieren zu können. Das konnte der TSG-Coach nach dem Ausscheiden von Falkenberg nämlich nicht. Liam Lindenthal musste auf ungewohnter Position aushelfen, während mit Moritz Eichelsbacher ein gelernter Linksaußen auf der Tribüne saß. Dass „Mühle“ bei der Kadernominierung vor schwierigen Entscheidungen stehen könnte, empfindet der Coach indes nicht als Last – ganz im Gegenteil. „Mir macht das Spaß“, entgegnet der Harsewinkeler Trainer. Unterdessen hat Polizist Max Schlögl, der aufgrund seiner beruflichen Versetzung nach Düsseldorf die TSG verlassen musste, einen neuen Verein gefunden. Der Kreisläufer hat sich dem Regionalliga-Rivalen VfL Gladbeck angeschlossen.