Die NW berichtet vom Spiel gegen Handball Bad Salzuflen

„Für uns überlebenswichtig“

Regionalligist TSG Harsewinkel gelingt mit dem 28:25 gegen Bad Salzuflen der zweite Heimsieg. Sven Bröskamp marschiert vorweg.

Von Philipp Bülter

Der Jubel über den sichergestellten Klassenverbleib war das noch nicht. Natürlich nicht, schließlich ist es bis dahin für die TSG Harsewinkel noch ein weiter Weg. Und dennoch war den meisten der gut 500 Zuschauer im Hasenbau sowie Spielern, Trainern und Funktionären des Handball-Regionalligisten am späten Freitagabend vor allem eines anzusehen: riesengroße Erleichterung. Mit dem 28:25 (12:14)-Erfolg gegen Handball Bad Salzuflen feierte die TSG ihren überhaupt erst vierten Saisonsieg.

Wie viel Kampf, Wille und Einsatz nötig gewesen waren, um diesen Erfolg einzufahren, war recht gut mit einem Blick auf Sven Bröskamp festzustellen. Nicht nur mit viel Schweißverlust, sondern auch mit einigen blauen Flecken ging der TSG-Kapitän aus dem Spiel – und war zuvor als Führungsspieler vorwegmarschiert, mit neun Treffern bester Torschütze geworden. Das große Lob seines Trainers hatte sich Bröskamp verdient. Dass die Nummer neun der TSG vorbildlich geackert und sein Team mitgerissen hatte, bestätigte Coach Heiner Steinkühler mit dem Blick auf dessen Erscheinungsbild: „So sieht er jetzt auch aus.“

Unter den Augen des früheren Harsewinkeler Trainers Manuel Mühlbrandt hatte sich der abstiegsgefährdete Gastgeber mit den „Salzstädtern“ einen engen Schlagabtausch geliefert. Die Harsewinkeler machten ihrer Mannschaft mit einem vor dem Anwurf auf der Tribüne entrollten großen Banner („Mit Herz und Mut, das weißt du genau, bringen wir den Sieg in den Hasenbau“) Mut. Doch auch die Gäste wurden von etwa 100 mitgereisten Fans unterstützt.

In einem abwechslungsreichen ersten Durchgang wechselte die Führung mehrfach. Nach gut 17 Minuten hatte die TSG erst fünf Gegentore zugelassen, führte dann durch Mika Kösters mit 8:6 (18.), kassierte jedoch bis zur Pause zwei Mal eine 0:3-Serie – und ging mit zwei Treffern Rückstand in die Kabine (12:14). Irgendwie: ernüchternd.

Im zweiten Abschnitt gelang Heiner Steinkühlers Team indes die – auch nötige – Leistungssteigerung. Harsewinkel war noch couragierter, erzwang durch die eigene offensive Deckung Ballverluste beim Gegner und hielt die eigenen Reihen zumeist geschlossen. Erneut der auffällige Rechtsaußen Mika Kösters (am Ende sieben Tore) erzielte den 16:16-Ausgleich (39.) und später auch die 21:20-Führung (47.), die die Hausherren nicht mehr abgaben.

Allen voran der eingewechselte Maik Schröder im Tor sowie der in Abschnitt zwei sieben Mal erfolgreiche Sven Bröskamp ließen den Hasenbau beben – doch trotz der Vier-Tore-Führung beim 27:23 dreieinhalb Minuten vor Schluss stand der erste Heimsieg seit dem 5. September 2025 für den Drittletzten erst in der Schlussminute fest, als Schröder unter großem Jubel im Fallen einen Wurf festhielt. „Dieses Spiel war für uns überlebenswichtig, wir sind schon sehr erleichtert“, betonte Steinkühler, der nahezu sicher von vier Absteigern ausgeht. Nicht minder wichtig geht es nun also für die TSG weiter, mit dem Heimspiel am Karnevalssamstag gegen Schlusslicht Hahlen.