Kommentar von Mittwoch zu Mittwoch - NW

Saisonende für die Handball-Verbandsligisten

TSG Harsewinkel ist auf dem besten Weg

Uwe Kramme

 

Mit dem TV Verl belegt der Verbandsligist aus dem Gütersloher Südkreis, der beim Anpfiff über das größte spielerische Potenzial zu verfügen schien, in der Abschlusstabelle zwar nur Rang neun. Doch für die größte Überraschung in der Handballsaison 2015/2016 sorgte die HSG Gütersloh. Mit dem souveränen Klassenerhalt als Sechster bei nur vier Punkten Rückstand auf den „ewigen Vierten“ TSG Harsewinkel straften die Schwarz-Gelben ihre Kritiker mal wieder Lügen.

Die Spielgemeinschaft wurde von denen zu oft auf ihre Spitzenspieler Marian Stockmann, Steffen Feldmann und Kai Kleeschulte reduziert. Übersehen haben sie dabei, dass sich unter Trainer Philipp Christ auch Spieler wie Max Kollenberg, Alexander Hark oder Mirko Torbrügge zu guten Verbandsliga-Handballern entwickelten. Weil mit Stockmann und Kleeschulte erneut zwei Leistungsträger gehen, braucht der neue Coach Kim Sörensen ein noch viel besseres Führungshändchen. Um die Lücken mit Erfolg garantierenden Verpflichtungen zu stopfen, reichen die finanziellen Mittel der Spielgemeinschaft nämlich nicht mehr aus, und aus dem eigenen Nachwuchs ist für lange Zeit nichts zu erwarten.

Einen aussichtsreicheren Weg gehen deshalb die auf junge Topleute setzenden Klubs aus Verl und Harsewinkel. Der Turnverein holte mit Thilo Vogler und Sebastian Göller zwei Eigengewächse zurück, die in der JugendBundesliga Erfahrung sammelten und stellt dazu Talente aus der Umgebung. Gelingt es Sören Hohehlüchter, das Mentalitätsproblem dieser jungen Truppe in den Griff zu kriegen, bleibt es nicht beim enttäuschenden 9. Platz. Mit Tempohandball durchsetzen können sich nämlich auch die spielstarken Verler nur bei hundertprozentiger Einsatzbereitschaft. Die haben sie in dieser Spielzeit zu oft vermissen lassen und dann auch zum zweiten Mal hintereinander den Start verpatzt.

Die TSG Harsewinkel spielt beim Vorstoß in die Verbandsligaspitze auf Zeit. Vier A-Jugendspieler sind bereits in die Mannschaft von Manuel Mühlbrandt aufgerückt. Die nächsten reifen in der Begabtenauswahl heran, die derzeit den Aufstieg in die Jugend Bundesliga anstrebt. Schaffen es die jungen Harsewinkeler tatsächlich, dort in die Lehre zu gehen, hoffen sie bei der TSG zurecht, über Jahre eine starke 1. Mannschaft stellen zu können, mit der sich das begeisterungsfähige Publikum in Harsewinkel identifiziert.

Selbst wenn nicht alle Talente bleiben, weil höherklassige Vereine locken, und schulische oder berufliche Veränderungen anstehen: Für diese Perspektive noch einmal einen Teil des Etats von den Senioren zu den Junioren umzuschichten, ist die richtige Entscheidung.