Heute - 3. Januar 2026 Kreispokal Tag 1.

NW:

Diese Neuerung verzückt die TSG

Regionalligist aus Harsewinkel richtet die Kreispokal-Endrunde im eigenen Hasenbau aus. TV Isselhorst tritt diesmal wieder an. Verler Frauen puzzeln noch am Team.

Von Uwe Kramme und Dirk Heidemann

Die Wettbewerbe der Frauen und Männer um die Pokale des Handballkreisverbandes Gütersloh an diesem Wochenende warten mit zwei Neuerungen auf. Zum ersten Mal sind zweite Mannschaften im Wettbewerb zugelassen, und die Finalrunden werden heuer nicht wie gewohnt in der schönsten Sporthalle des Kreises Gütersloh, der Sparkassen-Arena in Versmold, ausgespielt, sondern im zweckmäßigeren Harsewinkeler Hasenbau.

„Denn wir sind ja lernfähig“, begründet Heinz-Hermann Jerrentrup, warum der Kreisverband dieses Mal die Bewerbung der TSG Harsewinkel, nicht nur am Samstag Viertelfinalturniere für Männer und Frauen, sondern endlich auch mal die Endrunden am Sonntag ausrichten zu dürfen, akzeptiert hat. „Schließlich ist an der häufig geäußerten Kritik, dass es in der Sparkassen-Arena zu wenige Umkleiden für acht Mannschaften gibt und das Warmmachen vor den Spielen dort zu Verzögerungen im Zeitplan führen muss, ja etwas dran.“ Der Stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes und Chef seiner Technischen Kommission ist „gespannt, wie das jetzt in Harsewinkel läuft, wo neben der Sport- eine Mehrzweckhalle zum Aufwärmen zur Verfügung steht“.

Für die Terminierung gibt es keinen Spielraum

Die Hände gebunden seien dem Kreisverband allerdings bei der Terminierung, mit der er es ja auch niemandem recht machen könne, räumt Jerrentrup ein. „Aber im Spielplan des Westfälischen Handballverbandes ist nun einmal nur das erste Januar-Wochenende für uns frei“, verweist er darauf, dass nächste Woche nicht nur in der Regionalliga schon wieder die ersten Punktspiele angesetzt sind. Der Kritik aus den Vereinen, dass die Verletzungsgefahr zu groß ist, wenn sie wegen der vielerorts in den Winterferien geschlossenen Hallen „aus der kalten Hose“ zum Pokal antreten müssen, hält Jerrentup entgegen, dass sich viele Trainer bedanken würden, dank des Kreispokals wenigstens noch den einen oder anderen Test absolvieren zu können, ehe es wieder losgeht.

Die Wahrheit liegt allerdings auch beim Handball auf dem Platz. Für das Turnier der Männer haben die 19 Vereine und vier Spielgemeinschaften des Kreisverbandes 13 Mannschaften gemeldet, darunter alle drei Regional- und vier von fünf Oberligisten. „Sogar der TV Isselhorst macht nach jahrelanger Abstinenz wieder mit“, rechnet Jerrentrup zufrieden vor, dass alle Viertelfinalrunden mit mindestens drei Teams besetzt sind. Mit dem Bezirksliga-Vierten TG Hörste II ist unter ihnen nun auch erstmals eine Reserve.

Bei den Frauen rechnet sich neben Regionalliga-Vertreter TuS Brockhagen sowie Liga-Gegner und Titelverteidiger TG Hörste auch Oberligist und Vorjahresfinalist TV Verl eine Chance aus. „Allerdings weiß ich noch nicht so ganz genau, in welcher Besetzung wir auflaufen“, erklärt Matthias Foede. Mit der Ankündigung, „Wer da ist, spielt“, verweist der Verler Coach aber nicht auf die Ferienzeit, sondern auch darauf, dass er sich anders als gewohnt nicht in der „Zweiten“ bedienen kann, denn das Verler Verbandsliga-Team tritt ebenfalls an.

„Wir sind natürlich froh, dass wir zum ersten Mal die Endrunde ausrichten dürfen“, sagt Karlheinz Kalze von der TSG Harsewinkel. Und natürlich wolle man den Heimvorteil nutzen und mit Frauen- und Männerteam auch am Sonntag noch für Stimmung sorgen. „Aber es ist für uns Herausforderung und Verpflichtung zugleich, die Veranstaltung vernünftig zu gestalten.“

Für den Teammanager des Regionalligisten sind die im besten Fall vier Partien über eine verkürzte Spielzeit zudem eine gute Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil, wobei es sekundär sei, den Pokal auch zu gewinnen. Denn natürlich stecke man auch in einem kleinen Dilemma, räumt Heiner Steinkühler ein. „Einerseits wollen wir das Ding ziehen, klar. Andererseits haben unsere Heimspiele gegen Hahlen am 9. Januar und gegen Gevelsberg am 16. Januar absolute Priorität“, sagt der Trainer des abstiegsbedrohten Viertligisten.

Und eine Sorge schwingt vor den Kreispokal-Partien bei Steinkühler und seinem Co-Trainer Yannick Ruschhaupt genauso mit wie bei den Kollegen. „Gerade in den Spielen gegen unterklassige Gegner gibt es auch eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr.“ Um das Risiko zu minimieren und ihre Form zu halten, haben die Harsewinkeler auf eine gänzlich hand-ballfreie Weihnachtszeit verzichtet. „Das wäre angesichts unserer Situation aber auch das falsche Signal gewesen“, erklärt Rüschhaupt, warum in der Weihnachts- und Silvesterwoche je einmal trainiert wurde.

 

Die Glocke

Harsewinkel freut sich über den „finalen Zuschlag“

Nun also Harsewinkel. Nach annähernd zehn Jahren in Versmold wird die Endrunde des Handball-Kreispokals am Wochenende im Hasenbau entschieden.

Harsewinkel/Kreis Gütersloh (gl) - Mit Einführung der jetzigen Turnierform an einem Wochenende wurde die Endrunde des Handball-Kreispokals bis auf die Premiere (in Harsewinkel) stets in der Versmolder Sparkassen Arena ausgetragen und gut vom Seriensieger Sportfreunde Loxten ausgerichtet. Mehrere Male hatte sich danach die TSG Harsewinkel wieder für die entscheidenden Spiele samt Finale am Sonntag beworben und dabei Vorteile wie parallele Nutzung der Gymnastikhalle zum Aufwärmen oder die größere Zahl an Kabinen angeführt.

Auch zweite Mannschaften dabei

„In einer Vorstandssitzung haben wir entschieden, die Endrunde diesmal nach Harsewinkel zu vergeben“, erläutert Heinz-Herrmann Jerrentrup, zweiter Vorsitzender des HK Gütersloh und Vorsitzender der technischen Kommission und fügt gleich noch ein weiteres Novum hinzu: „Es sind auch zweite Mannschaften teilnahmeberechtigt.“ Denn nicht immer wurden die möglichen 16 Vorrundenplätze von den Vereinen des Kreises auch in Anspruch genommen. Auch diesmal sind nicht alle vier Viertelfinal-Spielrunden von jeweils vier Teams besetzt.

„Freuen uns über den Zuschlag und das Turnier“

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„Wir freuen uns auf das Turnier und dass wir diesmal den Zuschlag bekommen haben“, sagt TSG-Abteilungsleiter Karlheinz Kalze, der erst am Freitagabend von einem  durch einen Corona-Infekt verspätet angetretenen Ski-Urlaub zurückgekehrt ist. Zwar stünden urlaubsbedingt auch noch einige Helfer nicht zur Verfügung. Doch Kalze, der auch als Hallensprecher fungiert, ist guter Dinge, die passenden Rahmenbedingungen bis zum Anwurf des ersten Viertelfinalspiels heute um 14 Uhr geschaffen zu haben. Eine Cafeteria wird längs der an der Garderobentheke Richtung Mehrzweckhalle aufgebaut, vor der Halle gibt es Pommes und Bratwurst.

„Loxten hat das auch immer klasse gemacht, aber wir freuen uns sehr, dass wir uns diesmal als gute Final-Ausrichter präsentieren können“, sagt Kalze.

TSG will in die Finalrunde am Sonntag

Es liegt auf der Hand, dass die TSG Harsewinkel als Ausrichter auch die Finalrunde am Sonntag erreichen möchte. Doch ein Spaziergang wird das von Heiner Steinkühler und Yannik Ruschhaupt trainierte Regionalligateam nicht. Denn die in die Oberliga aufgestiegene HSG Werther Borgholzhausen spielt dort richtig gut mit und ist Tabellenachter. Das Team des zu aktiven Kreisläuferzeiten ein Jahr auch in Harsewinkel aktiven Albert Kreismann hat trotz Verletzungsausfällen 12:12-Punkte eingefahren. „Auch Hörste II spielt einen guten Ball“ weiß Karlheinz Kalze.  

Gut, um wieder reinzukommen

„Für unser neues Trainerteam ist der Pokal aber eine gute Möglichkeit, um wieder reinzukommen und um die Mannschaft mal länger beieinander zu haben“, sagt Kalze. Der TSG-Kader ist bis auf den nach seinem Infekt weiter geschonten Julian Borren komplett. Am Montag wurde einmal gemeinsam trainiert, am Dienstag individuell gelaufen.

Isselhorster in schwerer Gruppe

Diesmal nicht dabei ist der TV Verl, dafür nimmt nach langer Pause Oberligist TV Isselhorst wieder teil. Die in der Gruppe 3 in Versmold antretenden Isselhorster treffen mit Regionalliga-Spitzenreiter SF Loxten auf den großen Titelfavoriten. „Es wird viel davon abhängen, mit welchem Kader Loxten spielt, denn für die Mannschaft wird der Aufstieg in dieser Saison klare Priorität haben“, sagt TVI-Trainer Stefan Hamsen, der am Samstag auf Benni Martinez verzichten muss, dafür aber auf den Mailand-Studenten Luke Nettelnstroth zurückgreifen kann, der auf Heimaturlaub ist und seinen pass noch beim TVI hat.

Trainieren konnten die Isselhorster vorher nicht. „Für uns ist der Wettbewerb nach zwei ernüchternden Niederlagen zum Jahresende eine gute Gelegenheit, um zurück in den Wettkampfmodus und zurück zu Stabilität zu finden. Die Gruppe ist allerdings vom Papier her die schwerste“, sagt Hamsen.

TV Verl mit zwei Frauenteams am Start

Bei den Frauen sind die erste und zweite Mannschaft des TV Verl am Start. „Wir hatten vor der Pause noch ein Weihnachtstraining. Weil die Halle bis Montag für uns zu ist, wird das also ein Kaltstart“, tritt Matthias Foede, Trainer des Oberligateams mit neun Feldspielerinnen und zwei Torfrauen in einer schweren Gruppe mit dem klassenhöheren TuS Brockhagen und Oberliganachbar Steinhagen an. 

„Wir nehmen es als Trainingseinheit, und wollen uns in spielerischer Form für den zweiten Saisonteil fit machen“, sagt Foede. Dass die Gegner dabei aus dem oberen Regal kommen, begrüßt der Verler Trainer. „Mir ist es lieb, dass wir uns gleich zur Decke strecken müssen.“ Neben Urlauberinnen fehlen die verletzten Kreisläuferinnen Mira Dargel und Carina Stuckstätte.

Zweite Mannschaft mit guten Chancen aufs Weiterkommen

Verstärkt wird der Kader durch zwei A-Jugendliche. Aus der zweiten Mannschaft kann keine Spielerin aushelfen, da das Verbandsligateam von Christian Bunkenburg ja selbst teilnimmt und sich gegen die Bezirksligisten Loxten und Wiedenbrücker TV durchaus für die Endrunde am Sonntag qualifizieren kann.