NW
Starke Aufholjagd wird nicht belohnt
Regionalligist TSG Harsewinkel holt neun Tore auf und verliert mit 36:37
Beim Tabellendritten HC Westfalia Herne einen Rückstand von neun Toren aufzuholen, das gelingt nun wahrlich nicht jedem Handball-Regionalligisten. Dieses starke Comeback kann die TSG Harsewinkel als sehr positives Element aus der Partie vom Samstagabend mitnehmen, auch wenn es für den abstiegsbedrohten Viertligisten bei der 36:37 (14:22)-Niederlage am Ende nicht zu einem für die Moral so wichtigen Punkt reichte.
„Was wir spielen wollen, hat man phasenweise gesehen. Wir können es ja“, sagte TSG-Trainer Heiner Steinkühler, der die Leistung in der ersten Halbzeit allerdings als „sehr bescheiden“ bezeichnete. „Und das ist noch nett umschrieben.“ Ausgerechnet die im Vorfeld ausführlich thematisierte Herner Achse Weste (11), Komisarek (10) und Griese (6) bekam die TSG nicht in den Griff. „In der Abwehr wurde zu oft das System verlassen, weil wir da richtig frisch gemacht wurden. Die Unsicherheit hinten nimmst du dann mit nach vorne und bist gehemmt, weil du weißt, dass du eigentlich treffen musst“, sagte Steinkühler, der seine Mannschaft in der Pause erstmal runterholen musste.
Nach dem 14:23 startete die TSG dann überragend in die zweite Halbzeit. Biss und Körpersprache waren plötzlich da. Gestützt auf eine nun aggressive Abwehr im Verbund mit Torhüter Robin Wetzel wurde hinten die Kiste vernagelt und vorne vor allem über Kreisläufer Alexander Engelhardt getroffen. Beim 31:31 (51.) war erstmals der Ausgleich hergestellt, auch beim 33:33 (55.) roch es nach einem Remis. Am Ende war Herne dann das glücklichere Team.
„Wir wollten in Menden oder Herne gewinnen, das haben wir nicht geschafft. Jetzt haben wir maximalen Druck und sind verpflichtet, die nächsten Spiele zu gewinnen“, sagte Steinkühler mit Blick auf die anstehenden Duelle gegen die direkten Konkurrenten Bad Salzuflen, Hahlen und Rödinghausen.
TSG Harsewinkel: Schröder/Wetzel – Bruns (2), Bröskamp (3), Engelhardt (8), Lindenthal (9/5), Borren (2), Grüger (2/1), Kösters (4), Meyer (1), von Boenigk (2), Eichelsbacher, Wunsch (3).
Die Glocke
Bei der Aufholjagd fehlt Harsewinkel das Spielglück
Es war ein Spiel mit vielen Gegensätzen, mit erst bedenklich schlechter Abwehr und dann bemerkenswerter Aufholjagd.
Das zeigte Regionalliga-Kellerkind TSG Harsewinkel am Samstag beim Tabellendritten HC Westfalia Herne. Was am Ende zählt, ist das Ergebnis und das bescherte den Gastgebern beim 37:36 (22:14)-Endstand die zwei Punkte.
Weste stellt TSG-Defensive erst vor unlösbare Aufgaben
Punkte, die die Harsewinkeler im Abstiegskampf der Handball-Regionalliga dringend benötigt und zumindest einen davon auch aufgrund der zweiten Halbzeit verdient hätten. Punkte, die allerdings vor der Pause in ganz weiter Ferne lagen. Da stellte Hernes überragender Rückraumspieler Emil Weste die TSG-Defensive vor ungelöste Aufgaben. So erzielte Weste bis zum Pausenpfiff acht seiner elf Treffer und zog dabei so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass seine Nebenleute wie der am Ende zehnmal erfolgreiche Henrik Komisarek mehr Platz bekamen.
Dadurch wächst der Druck im Angriff
„Herne kann sich glücklich schätzen, einen Spieler mit dieser Qualität in den Reihen zu haben, der für mich mit der beste der Liga ist“, sah TSG-Trainer Heiner Steinkühler in der Konsequenz zu viele Fragezeichen in den Gesichtern seiner Abwehrleute. „Dann verlässt du das System, unterstützt deinen Nebenmann nicht mehr. Und der Druck im Angriff wird höher“, weiß Steinkühler nur zu gut aus der nicht lang zurückliegenden Zeit als Spieler.
Wetzel gibt seinem Team nach Wiederanpfiff nötigen Push
Ganz anders der TSG-Auftritt in Durchgang zwei. Aufbauend auf den Paraden des für den oft von den Vorderleuten im Stich gelassenen Maik Schröder eingewechselten Robin Wetzel im Tor bekam die ganze Mannschaft einen Push, warf sich mit sechs Toren von 22:14 auf 23:20 (36.) heran. Die Abwehr agierte nun aggressiver, der Angriff spielte auf den Punkt. So war die Partie auch beim 29:23 (43.) nicht vorentschieden, denn beim 31:31 durch Fynn von Boenigk gleichen die Gäste sogar aus. Allerdings nur dieses eine Mal.
„Kommen in jedem Spiel für Sieg in Frage“
„Wir kommen für jedes Spiel - auch auswärts gegen die beiden Spitzenteams - für einen Sieg in Frage. Aber im offenen Schlagabtausch schlägt das Pendel dann nicht für uns aus“, sah der TSG-Trainer das Spielglück bei den Abprallern in wichtigen Szenen beim Gegner: „Der Ball geht an den Pfosten, wir haben dann zweimal die Hand dran, doch den Ball hat dann ein Herner.“
Mehr Spielanteile als geplant bekam nach langer Ausfallzeit Julian Borren. Die wurden bei guter Leistung gut verkraftet. Denn am Freitag im Heimspiel gegen Bad Salzuflen ist nicht nur dem Trainer klar: „Das muss ohne Wenn und Aber gewonnen werden.“
TSG Harsewinkel: Schröder/Wetzel – Bruns (2), Bröskamp (3), Engelhardt (8), Lindenthal (9/5), Borren (2), Grüger (2/1), Kösters (4), Meyer (1), von Boenigk (2), Eichelsbacher, Wunsch (3)