Pokalsieg! Berichter der Lokalpresse

Die Glocke

Titel und viel Lob: Harsewinkel gelingt doppelte Pokal-Premiere

Titel und viel Lob: Harsewinkel gelingt doppelte Pokal-Premiere

Wann zuletzt ein TSG-Team diesen Wettbewerb gewonnen hatte, wusste gestern nach dem ungefährdeten 16:10-Finalsieg über die TG Hörste kein Harsewinkeler genau. Belohnt wurde der Verein zudem mit der Zusage des Kreisvorstands, die Endrunde des zweitägigen Turniers auch im nächsten Jahr wieder ausrichten zu dürfen.

„Alle ziehen mit, keiner schert aus“

Worüber sich Trainer Heiner Steinkühler am Sonntagabend aber viel mehr freute als über den großen Pokal und 400 Euro Siegprämie für die Mannschaftskasse, war der sportliche Auftritt. Denn der überzeugte und gab viel Selbstvertrauen für den bereits am Freitag in Hahlen startenden Saisonteil 2026 mit dem Ziel Klassenerhalt. „Alle ziehen mit, keiner schert aus“, freute sich der ehemalige Spieler, dass die ganz neu im Training erarbeiteten oder auch nur besprochenen Spielzüge funktionierten und dass „sich alle im System bewegen.“

Hörste im Finale chancenlos 

So war Kreiskonkurrent Hörste, im Gegensatz zum Sieg in der Meisterschaft im Dezember, diesmal chancenlos – auch wenn das Endspiel, in dem die Gastgeber von Beginn bis zum Ende führten, nur über 30 Minuten ging. Beide Torleute zeigten dabei als grundlegende Voraussetzung gute Leistungen.

Seriensieger Loxten im Halbfinale bezwungen

Mit einem stark herausgespielten Halbfinalsieg über Seriensieger Loxten zogen die Harsewinkeler ins Finale ein und holten sich viel Selbstvertrauen für die folgenden wichtigen Ligaspiele. Dabei lagen die Gastgeber vor wohl 480 Zuschauern im bereits ab Mittag vollen Hasenbau gleich in Führung, beim 6:3, 7:4, 8:5 und 17:14 sogar mit drei Toren. Zufrieden war Steinkühler dabei vor allem mit der Offensive.

Dabei freute er sich über teils sehenswert herausgespielte Treffer genauso wie über sieben Tore nach beherzten Würfen von Stefan Bruns, der am Ende als bester Spieler der Finalrunde geehrt wurde. Die Defensive war im quasi vorgezogenen Finale gegen das herausragende Team der Regionalliga voll gefordert. „Doch wir sind in der Grundstruktur geblieben. Keiner ist auf 15 Metern rumgeturnt, keiner mit den Hacken am Kreis geblieben“, so der Trainer. In der spannenden Schlussphase, als die nun mit acht Regionalligaspielern angetretenen Loxtener mehrmals auf ein Tor herankamen, hatte die TSG auch bei zwei Schiedsrichterentscheidungen das nötige Quäntchen Glück.

Frauen des TV Verl II nutzen günstiges Vorrundenlos

Chance genutzt. Das Verbandsliga-Frauenteam des TV Verl II setzte sich im Viertelfinale gegen die klassentieferen Gegner SF Loxten und Wiedenbrücker TV (beide Bezirksliga) durch und zog im Halbfinalduell der zweiten Mannschaften am Sonntag durch einen souveränen 21:13-Erfolg über Union Halle II ins Finale ein.

„Tolle Erfahrung, alle haben Bock“

„Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert. Das Turnier ist eine tolle Erfahrung, alle haben Bock“, lobte Trainer Christian Bunkenburg sein Team. „Auch für die Liga, wo wir noch Punkte für den Klassenerhalt brauchen, war das eine gute Entscheidung. Denn das sind Spiele auf gutem Niveau“, freute sich Bunkenburg am Ende auch über 300 Euro Preisgeld: „Eine gute Investition für unsere Weihnachtsfeier, die noch ansteht.“

Hörste im Finale Nummer zu groß

Im Finale war Regionalligist und Titelverteidiger TG Hörste dann eine Nummer zu groß für die Verbandsligahandballerinnen. Die hielten, basierend auf einer starken Leistung von der später zur besten Torfrau des Turniers gewählten Judit Esken bis zur Pause mit. Doch dann setzte sich vor allem das höhere Tempo der Hörsterinnen im Positionsspiel, aber auch bei den Kontern durch. Für den kleinen Verein aus dem Altkreis übrigens ein großer Erfolg, mit beiden Teams im Endspiel um den Kreispokal vertreten zu sein, und bei den Frauen den Titel geholt zu haben.

Viel Lob für die Orga, 2027 wieder in Harsewinkel

Turnierfazit: Mit einer viel gelobten Organisation, von der großen Kuchentheke mit Platz im Foyer, über den sehr guten Hallensprecher Karlheinz Kalze bis zu zu den idealen Möglichkeiten zum Aufwärmen in den Nachbarhallen und der vollen Tribüne hat sich die TSG Harsewinkel als würdiger Ausrichter gezeigt. Die Wiederholung in 2027 gab Dirk Flachmann vom Vorstand des Handballkreises bei der Siegerehrung bekannt.

„Danach sind wir wieder für alles offen“, sagte TK-Vorsitzender Heinz-Hermann Jerrentrup, dem daran gelegen ist, die Teilnehmerfelder von je vier Mannschaften in den vier Vorrundengruppen voll zu bekommen.

 

NW

Aber auch die Leistung stimmt Trainer Steinkühler optimistisch.

Harsewinkel feiert Coup im Hasenbau

Von Uwe Kramme

Besser hätte das Handball-Jahr 2026 für die TSG Harsewinkel nicht beginnen können. Nachdem der abstiegsbedrohte Regionalligist im vorweggenommenen Endspiel den Regionalliga-Spitzenreiter SF Loxten mit 23:22 ausgeschaltet hatte, sicherte er sich am Sonntagabend vor gut 500 Zuschauern im „Hasenbau“ mit dem verdienten 16:10-Finalsieg gegen den Ligarivalen TG Hörste auch noch den Kreispokal. „So darf es gerne weitergehen“, jubelte Heiner Steinkühler.

Noch mehr als über die „prestigeträchtigen Derby-Erfolge“ freute sich der Nachfolger von Timo Schäfer auf der Harsewinkeler Trainerbank allerdings über die Leistungen seiner Mannschaft. „Gerade gegen Loxten habe ich in der Offensive ganz viel Regionalliga gesehen“, stellte Steinkühler fest. „Aber diesen Willen, diese Einsatzfreude, dieses Selbstbewusstsein, dieses Durchsetzungsvermögen müssen wir jetzt auch in den ungemein wichtigen Spielen gegen Hahlen am Freitag und eine Woche später gegen Gevelsberg auf die Platte bringen, wenn es mit dem Klassenerhalt etwas werden soll.“

Zuversichtlich stimmt den auf der Bank genauso souverän und ruhig Regie führenden Ex-Spielmacher der TSG aber auch, dass die Abwehrleistung stimmte. „Loxten ist im Angriff das Nonplusultra der Regionalliga, trotzdem hat unsere Struktur in der Defensive gepasst.“ Auffällig war zudem, dass nicht nur die im Serienverlauf so oft gescholtenen Torhüter Maik Schröder und Robin Wetzel überzeugten. Vor ihnen trumpften Liam Lindenthal und Stefan Bruns auf. Der eine wurde deshalb als bester Torschütze der Endrunde (14 Treffer) geehrt, der andere als bester Spieler.

Ausgezeichnet als bester Torhüter wurde von Dirk Flachmann und Heinz-Herrmann Jerrentrup, den Vertretern des mit der erstmals seit Jahren wieder in Harsewinkel ausgespielten Pokal-Endrunde „sehr zufriedenen“ Vertretern des Kreisverbandes, jedoch Fabian Stroth von der TG Hörste, der eine höhere Finalniederlage seines Teams verhindert hatte. Auch bei den Frauen sprach die Jury ein Doppel-Lob aus: Sina Schäper vom Pokalsieger TG Hörste erhielt den Pokal für die beste Spielerin und für die beste Torschützin (12). Als „Nummer 1 der Frauen-Endrunde“ wurde dagegen Judith Esken vom Überraschungsteam TV Verl II (siehe unten stehender Bericht) ausgezeichnet.

Wie erwartet war für den TV Isselhorst, der erstmals seit Jahren wieder für den Kreispokal gemeldet hatte, schon am Samstag Schluss gewesen. „Aber von Losglück kann man ja nun auch wirklich nicht sprechen“, stellte Stefan Hamsen nach der klaren 9:14-Niederlage gegen die auch da schon ohne Possehl, Menger, und Domerza angetretenen SF Loxten in der Versmolder Sparkassen-Arena fest. Allerdings räumte der Trainer des Oberliga-Vierten ein, dass die letztlich glatte Niederlage gegen den Drittliga-Aspiranten auf dieselben Ursachen zurückzuführen war, wie die klaren Pleiten in den Liga-Top-Spielen gegen die Titelaspiranten TSG A-H Bielefeld II und TuS Spenge II zum Abschluss der Hinrunde im Dezember: „Das Abwehrverhalten war mir viel zu passiv, und vorne haben wir viel zu viele Ballverluste gehabt, nachdem wir bis zum 5:6 ordentlich mitgehalten hatten. Daran müssen wir arbeiten, ehe es am 16. Januar in Steinhagen um Punkte geht.“ Beste Werfer des ohne Max Kollenberg und Benny Martinez aufgelaufenen TVI waren Felix Marquardt, Alexander Wiese und Marlon Walhorn (je zwei Treffer).