Trainer wechselt zur neuen Saison zurück aufs Spielfeld
Wieviele Mannschaften müssen am Saisonende aus der Handball-Regionalliga absteigen?

Es juckt noch in den Fingern. Heiner Steinkühler will seine Laufbahn als Spieler fortsetzen und wechselt nach der dieser im besten Fall mit dem Regionalliga-Klassenerhalt gekrönten Saison von der TSG Harsewinkel zum Bezirksligisten SpVg Versmold. Foto: Nieländer
Bei Gesprächen mit Verantwortlichen, Trainern oder Spielern der TSG Harsewinkel fallen seit einigen Wochen immer wieder Vereinsnamen wie Schalksmühle Dragons, GWD Minden II, Ahlener SG oder Team HandbaLL Lippe. Allesamt Handball-Drittligisten – die Dragons sogar in der Staffel Süd West – die den Klassenerhalt längst nicht sicher haben und bei Sturz aus Liga 3 in der westfälischen Regionalliga aufschlagen und die Zahl deren Absteiger damit erhöhen würde.
Immer auch ein Auge auf die Ergebnisse der dritten Liga
So hat TSG-Trainer Heiner Steinkühler immer auch ein Auge auf die höherklassigen Kellerkinder geworfen, dort die Verletzung von Mittelmann Lasse Franz bei der Reserve von GWD registriert. Auch, weil die erste Mannschaft in der Bundesliga um den Klassenerhalt kämpft und kaum Spieler „übrig“ hat, dürfte es für den letztjährigen Aufsteiger GWD II auf dem vorletzten Platz schwer werden, die 3. Liga zu halten. Umso mehr ist die TSG Harsewinkel darauf angewiesen, selbst zu punkten, um nicht bis Saisonende zitternd eine Liga höher schauen zu müssen.
Doppelt wichtig sind die Punkte gegen direkte Konkurrenten
Doppelt wichtig sind Punkte gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, so wie der Tabellenletzte TSV Hahlen, der am Samstag um 19 Uhr im Hasenbau zu Gast ist. Durch den Sieg am vergangen Freitag an gleicher Stelle gegen Bad Salzuflen hat das Trainergespann Steinkühler/ Ruschhaupt eine gute Bilanz von 6:6-Zählern aufzuweisen. Das darf Bestätigung für die bisherige Arbeit sein und für Sicherheit in schwierigen Spielsituationen sorgen. Doch jetzt auch nur einen Hauch nachzulassen wäre fatal.
Gewachsenes Teamgefüge
Mit Hahlen, das seit Jahren zum zumeist abstiegsgefährdeten Stammpersonal von Westfalens Topliga gehört, kommt genau wie vor einer Woche ein gut eingespielter, über Jahre zusammengewachsener und deshalb als Mannschaft funktionierender Gegner nach Harsewinkel. Das bekam zuletzt auch der souveräne Spitzenreiter Loxten zu spüren, der zur Pause im Hahler Feld mit 15:19 lag – dann aber noch deutlich mit 25:35 gewann.
„Tabellenstand mal ganz schnell vergessen“
„Schwer zu bespielen und unausrechenbar. Den Tabellenstand sollte man da ganz schnell vergessen“, beschreibt Steinkühler das Schlusslicht und hebt mit Marten Kirchhoff, Keanu Reimler und Lasse Klöpper drei Spieler hervor, die alle in an einem guten zehn Tore werfen können. Da passt es gut, dass die TSG-Abwehr inklusive Torhütergespann Wetzel/Schröder wieder stabilere Leistungen zeigte.
Kader komplett, wenn Indeche zurückkehrt
Zwei Trümpfe will Harsewinkels Trainer auch am Samstagstermin ausspielen. Das sind zum einen die Alternativen durch den vollen Kader. Wenn nämlich Robert Indeche den letzten Belastungstest besteht, kehrt der Mittelmann nach Wadenverletzung ins Aufgebot zurück.
Tribüne mit Spielbeginn hinter der Mannschaft
Zweites Plus ist die Anfeuerung von der Tribüne, die am vergangene Freitag von Beginn an hinter der Mannschaft stand. „Die merken auch, dass man mit draufhauen nicht weit kommt“, freute sich Heiner Steinkühler auch über die Unterstützung früherer Weggefährten wie Malik St. Claire und Nico Schmeckthal, dem immer zuschauenden Florian Bröskamp sowie durch den früheren Co-Trainer Christoph Dammann oder den ersten Besuch nach gut einem Jahr vom langjährigen Trainer Manuel Mühlbrandt.
In der neuen Saison als Spieler zu Bezirksligist Versmold
Im kommenden Jahr wird der von den SF Loxten gekommene 39-Jährige die TSG Harsewinkel nach dann sechs Jahren als Führungsspieler, Co- und zuletzt als Cheftrainer verlassen. Steinkühler will seine aktive Laufbahn fortsetzen, und zwar bei Bezirksligist SpVg Versmold, trainiert von seinem einstigen Loxtener Mitspieler und ehemaligen TVI-Coach Dirk Elschner. Dass er sich mit dem Klassenerhalt aus Harsewinkel verabschieden will, liegt dabei auf der Hand.