"Die Glocke" berichtet online vom Spiel gegen TSV Hahlen

Einstellung, Abwehr und Wunsch Harsewinkels Siegesgaranten

Zweiter Sieg in Folge, einstelliger Tabellenplatz. Die TSG Harsewinkel hat durch den 33:25 (19:15)-Sieg im Nachholspiel einen Sprung gemacht.

Harsewinkel (gl) -  Der Heimerfolg gegen Schlusslicht TSV Hahlen hievte die TSG auf Platz neun im allerdings ganz eng zusammengepferchten Tabellenkeller der Handball-Regionalliga. Das war die eine positive Nachricht im karnevalsbedingt deutlich spärlicher, dafür aber teils bunt kostümiert besetzten Hasenbau.

Sieg vor bunter Tribüne hochverdient

Die andere war, dass der Sieg in einem hart umkämpften und nur mit wenig spielerischen Höhepunkten wie dem Kempa-Tor des eingeflogenen Mika Kösters nach Pass von Fynn von Böning (51. Minute) ausgestatteten Spiels hochverdient war.

In den entscheidenden Punkten überzeugend

Denn in spärlicher Besetzung überzeugte die Mannschaft von Trainer Heiner Steinkühler in für den Abstiegskampf entscheidenden Punkten wie Einstellung, Moral Kampfgeist und Abwehrarbeit. Und sie hatte mit Jannis Wunsch, der für den erkrankten Alexander Engelhardt am Kreis und in der Abwehr brillierte und mit dem vor allem im zweiten Durchgang mit zehn Paraden glänzenden Robin Wetzel im Tor zwei Akteure, die herausstachen.

So bestand ab Mitte der zweiten Halbzeit kein Zweifel mehr daran, dass die 25:19-Führung durch Moritz Eichelsbacher (43. Minute) am Ende zu den zwei dringend benötigten Punkten reichen würde.

Drei Stammspieler fallen aus

Danach hatte es beim Blick auf die Aufstellung vor Spielbeginn nicht unbedingt ausgesehen. So fehlten neben Engelhardt auch Julian Borren (Mandelentzündung) und Robert Indeche (Wade). Zudem war Sven Bröskamp mit schmerzender Schulter und Knie noch stark vom Spiel der Vorwoche gehandicapt. „Wenn wir uns da mit der Zustimmung zur Spielverlegung mal nicht ins Knie geschossen haben“, war das Unken von Teammanager Karlheinz Kalze mit Spielende vergessen. Auch der für den Notfall erwogene Einsatz Steinkühlers auf dem Spielfeld („Habe die Woche über mittrainiert“) wurde nicht nötig.

Dickes Trainerlob für Jannis Wunsch

Stattdessen überwog beim Trainer neben dem Lob für Wunsch („Überragende Vorstellung. Er hatte den Druck, 60 Minuten lang abliefern zu müssen und das hat er gemacht.“) die Freude über die Defensivleistung: „Daran haben wir bis zum Erbrechen gearbeitet, und die Fortschritte hat man heute gesehen.“

Auch Trainerkollege Alexander Röthemeier hat sein Team bei nun vier Punkten Rückstand auf die TSG und Gevelsberg auf sicheren Nicht-Abstiegsplätzen nicht aufgegeben: „Wir ziehen bis zum Ende durch.“

Pause kurz: in fünf Minuten alles gesagt

Nach nicht einmal fünf Minuten Kabinenzeit kehrten die TSG-Spieler wieder auf die Spielfläche zurück. „Wir lassen die Jungs jetzt erst einmal allein ein paar Minuten über die Halbzeit reden. Als ich dann dazu kam, haben sie genau die passenden Sachen angesprochen. Dass wir nämlich mit sieben oder acht Toren hätten führen müssen und stattdessen bei der ersten klaren Führung zusehends auf Wolke sieben geschwebt sind“, klärte Heiner Steinkühler auf. Der verzichtete deshalb auf eine eigene lange Ansprache, musste dann aber sieben Minuten nach Wiederanpfiff noch einmal in der Auszeit nachjustieren. Danach lief es.

Steinkühler-Abschied ohne Misstöne

Das große Ziel von Verantwortlichen und Trainer lautet Klassenerhalt am Saisonende. Dass Heiner Steinkühler der TSG Harsewinkel zur neuen Saison nach dann sechs Jahren als Leader auf dem Spielfeld und zuletzt Chef auf der Bank dann nicht mehr zur Verfügung steht, sondern als Spieler zum Bezirksligisten SpVg Versmold wechselt, hinterlässt keine Misstöne.

„Keine Konstellation gefunden“

„Wir haben mehrere Sachen überlegt, aber keine Konstellation gefunden, in der es für uns möglich gewesen wäre, ihn zu halten unter Heiners Voraussetzung, weniger Aufwand zu betreiben“, erläuterte Abteilungsleiter und Teammanager Karlheinz Kalze. Heiner Steinkühler und Versmolds Trainer Dirk Elschner haben in Loxten einst gemeinsam gespielt, die Kinder kennen sich, beide wohnen im Raum Versmold, haben es nicht weit zum Training.

Personelle Neuigkeiten angekündigt

 „Wir waren deshalb nicht überrascht von der Entscheidung, die ab Montag klar war und sind absolut fein damit“, so Kalze, der in der kommenden Woche auch personelle Neuigkeiten zur Saison 2026/27 ankündigte.

TSG Harsewinkel: Schröder/Wetzel – Bruns (4), Bröskamp (2), Lindenthal (6/3), Grüger, Kösters (8), Meyer (5), 
von Boenigk (2), Eichelsbacher (1), Wunsch (5)
Zuschauer: 270
Zeitstrafen: Meyer (11.), Grüger (26., 40.), Eichelsbacher (51.)