NW
Kein Grund zur Sorge
Der angespannte Teammanager flüchtet aus der Halle, doch Regionalligist TSG Harsewinkel lässt in Rödinghausen nichts anbrennen.
Von Dirk Heidemann
Aufgeregt tigert Karlheinz Kalze vor der Sporthalle durch den Regen von Rödinghausen. Der Teammanager der TSG Harsewinkel hält es drinnen nicht mehr aus, zu groß ist bei ihm die Anspannung. Dabei gibt es überhaupt keinen Grund, um nervös zu werden. Routiniert und abgeklärt fährt der Handball-Regionalligist seinen dritten Sieg in Serie ein und macht durch den 37:31 (17:12)-Erfolg beim direkten Konkurrenten CVJM Rödinghausen einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.
„Jeder weiß, dass das ein ,Vier-Punkte-Spiel’ war. Vor dem Derby am Freitag gegen Loxten tut der Sieg gut. Auch dann werden wir wieder Druck haben, aber Druck mit Vorfreude“, sagte Kalze, nachdem er in die Sporthalle zurückgekehrt war. Dort feierten die TSG-Spieler mit den mitgereisten Fans („Auswärtssieg, Auswärtssieg!“) den so wichtigen Erfolg. Die Basis hatte die TSG in einer bärenstarken ersten Halbzeit, in der die Gäste nach einem 3:4 (7.) auf 11:4 (17.) davongezogen waren, gelegt. Torhüter Robin Wetzel kam im ersten Durchgang auf zehn Paraden und war hinter einer funktionierenden Deckung ein sicherer Rückhalt.
In der zweiten Halbzeit verwaltete die TSG ihren Vorsprung, näher als auf vier Tore kam der CVJM nie heran. Zwischenzeitlich lagen die Gäste gar mit sieben Toren (30:23/31:24) vorn. „Wenn man das Haar in der Suppe finden will, dann unsere Abwehrleistung in der zweiten Halbzeit“, sagte TSG-Trainer Heiner Steinkühler. „Da haben wir zu oft unser Konzept verlassen, weil einige als Freigeister unterwegs waren, und schnelle Tore kassiert.“ Vor allem Corbinian Krenz (12/3) wusste die sich bietenden Räume zu nutzen, war nach dem frühen Ausfall von Malte Heininger im Anschluss an seinen zweiten Treffer in der sechsten Minute (Finger ausgekugelt) aber meist auf sich allein gestellt. Auf Harsewinkeler Seite glänzte an alter Wirkungsstätte Stefan Bruns (7) sowie der vor allem in der Anfangs-Viertelstunde auffällige Liam Lindenthal (9/4).
Mit Blick auf die letzten Spiele stellte Steinkühler zufrieden fest: „Wir steigern uns, die Schwächephasen werden deutlich kürzer.“ Mit den nach Erkrankungen genesenen Julian Borren und Alexander Engelhardt sowie dem nach langwierigen Wadenproblemen endlich wieder einsatzfähigen Robert Indeche standen am Samstag wieder mehr Alternativen zur Verfügung. „Es ist gut, dass wir diese Spieler jetzt integrieren und in Stresssituationen bringen können. Wir werden in den verbleibenden Saisonspielen den gesamten Kader benötigen“, sagte Heiner Steinkühler.
Zudem feierte Mika Kordein nach seiner vorzeitig beendeten Leihe von der Spvg. Steinhagen sein Comeback im TSG-Tor. Auf der Bank saß erstmals in dieser Saison Florian Bröskamp, der aber ebenso wenig zum Einsatz kam wie der aus der zweiten Mannschaft hochgezogene Rechtsaußen Torben Wörmer. Verzichten mussten die Harsewinkeler am Samstag auf Maik Schröder (erkrankt), Fynn von Boenigk (privat verhindert) und Sven Bröskamp (beruflich verhindert).
Die Glocke
Dritter Sieg inFolge, Harsewinkel jetzt auf Platz acht
Mit dem dritten Sieg in Folge hält die TSG Harsewinkel Kurs auf ein weiters Jahr in der Handball-Regionalliga.
Mit zwei Siegen im Rücken war die TSG Harsewinkel am Samstag zu einem weiteren vorentscheidenden Spiel im Abstiegskampf der Handball-Regionalliga bei Mitkonkurrent CVJM Rödinghausen angetreten. Sie hat diese Aufgabe verdient und über weite Strecken souverän mit einem 37:31 (17:12)-Sieg gelöst.
Rang acht und etwas Punkte-Vorsprung
In der noch etwas „krummen“ Tabelle bedeutet das aktuell Rang acht mit zwei oder drei Punkten Vorsprung auf die vermeintlich ersten Nicht-Abstiegsplätze. Auf den Vorletzten TG Hörste ist der Abstand bereits auf fünf Zähler angewachsen.
Früh den Finger ausgekugelt
Und auch etwas aus der Kategorie Spielglück ist zu den Harsewinkelern, die in dieser Spielzeit schon einige ausfallbedingte Täler durchschreiten mussten, zurückgekehrt. Denn nach nicht einmal 15 Spielminuten musste Rödinghausens Schlüsselspieler und Haupttorschütze Malte Heininger mit ausgekugeltem Finger ins Krankenhaus.
„Er war nach Spielende wieder da, ich habe mit ihm gesprochen, und er hofft, bereits nächste Woche wieder spielen zu können“, berichtete TSG-Trainer Heiner Steinkühler, der insgesamt mit dem Auftritt seines Teams – basierend auf der Abwehrarbeit („super verteidigt“) – sehr zufrieden war.
Acht Tore in Folge vom 3:4 zum 11:4
Nach 3:4-Rückstand warfen sich die Gäste mit 11:4 nach vorn, während der CVJM zehn Minuten lang ohne Treffer blieb. „Mittlerweile merken die Jungs im Angriff selbst, was zu tun ist, bleiben in der Struktur und spielen, wenn’s nötig ist, genau die Spielzüge, die immer funktionieren“, freute sich der Trainer. So wurde entweder Julian Borren im linken Rückraum immer wieder in eine gute Situation für Eins-gegen-Eins-Aktionen gebracht oder Stefan Bruns auf der rechten Seite prima in Szene gesetzt.
Sieben Tore an alter Wirkungsstätte
Der ehemalige Rödinghausener erzielte bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sieben Tore. Was auch nötig war, denn der zweite Linkshänder und Rückraumschütze Fynn von Boenigk fehlte am Samstag aus privaten Gründen. „Stefan musste also funktionieren und hat das hervorragend getan. Dann fliegt der Ball auch mal vom Innenpfosten ins Tor“, gab‘s für den Halbrechten ein Sonderlob. Daher blieb der aus der zweiten Mannschaft als Backup mitgenommene Torben Wörmer ohne Einsatzzeit.
„Flo“ Bröskamp auf der Bank
Der Linkshänder wird aber künftig regelmäßig mit der Ersten mittrainieren. Weil Sven Bröskamp aus beruflichen Gründen fehlte und der Einsatz Robert Indeches (Wadenzerrung) nicht sicher war, hatte sich Florian Bröskamp nach wenigen Trainingseinheiten als Hilfe zur Verfügung gestellt, musste aber nicht aufs Feld, weil Indeche spielen konnte und der Vorsprung immer mindestens vier Treffer betrug.
Bei Führung nicht konsequent genug
Einziger Kritikpunkt beim insgesamt ungefährdeten Auswärtssieg war, dass die Harsewinkeler mit klarer Führung im Rücken phasenweise die letzte Konzentration und Konsequenz vermissen ließen. „Das ist wohl auch ein Prozess, zu erkennen, dass wir nicht ein paar Prozent rausnehmen dürfen“, so Steinkühler.
Erster Kordein-Einsatz nach Leih-Ende
Während Robin Wetzel im Tor der Abwehr gleich Sicherheit vermittelte, kam Mika Kordein nach Ende seiner Leihe an die SpVg Steinhagen auch zu ersten Einsatzminuten. Nun sieht sich die TSG für das Derby im Hasenbau am kommenden Freitag gegen Spitzenreiter Loxten, dem die Harsewinkeler im Hinspiel im Oktober beim 28:28 den bislang einzigen Punktverlust zugefügt haben, gut gewappnet.
TSG Harsewinkel: Kordein/Wetzel – Indeche (2), Bruns (7), Engelhardt (2), Lindnethal (9/4), Borren (4), Grüger (8), Kösters (2), Meyer (3), Eichelsbacher, Wunsch, Fl. Bröskamp