Regeländerungen - einmal locker geschrieben

aus den Westfälischen Nachrichten

chtung bei der Pullover-Wahl
Die IHF hat den Ausschluss abgeschafft und die Coaching-Zone entdeckt

Bielefeld. Achtung, liebe Torhüter, Kreisläufer und gewiefte Strafwurfschützen! Die Internationale Handball-Föderation (IHF) hat zur kommenden Saison einige Regeln geändert. Die Redaktion der Neuen Westfälischen gibt einen Überblick über die Neuerungen, der Regeltest folgt nächste Woche. Wer durchfällt, muss für ein Jahr in Polynesien spielen oder künftig unter einem Pseudonym antreten.

Verantwortung: Handballer gelten schon seit eh’ und je als verantwortungsbewusst, besonders, wenn es um ihren Harztopf oder ihre Bierflasche geht. Für Torhüter und Strafwurfschützen kommt nun noch etwas hinzu: das leibliche Wohl des Gegenspielers.

Künftig trägt ein Keeper beim Herauslaufen aus dem Torraum und dem Abfangen eines Gegenstoßes ebenso die alleinige Verantwortung für einen möglichen Zusammenstoß mit einem Gegenspieler wie ein Siebenmeterwerfer, der einen Torwart am Kopf trifft. Allerdings gilt weiterhin, dass der Keeper sich nicht bewegen darf. Diese Regel greift auch für Abwehrspieler, die nach einem Freiwurf einen Kopftreffer kassieren. In allen Fällen sehen die Delinquenten sofort die Rote Karte.

Ausschluss ade: Einen herben Rückschlag erhalten die Kassenwarte. Der gemeine Strafenkatalog eines Durchschnitts-Bezirksligisten sah bislang für den höchst selten ausgesprochenen Ausschluss die Finanzierung eines Mallorca-Trips für die Teamkollegen vor. Die gekreuzten Arme des Schiedsrichters als Zeichen einer besonders schweren Verfehlung eines Spielers entfallen jedoch. Außerdem muss die betroffene Mannschaft die Partie auch nicht mehr mit fünf Feldspielern beenden. Nun darf nach zwei Minuten ergänzt werden.

Unterschieden wird jetzt nur noch zwischen einer (normalen) Roten Karte und einem Platzverweis, der eine schriftliche Meldung nach sich zieht. Diese landet nicht wie früher in der Schule bei den Eltern, sondern beim Staffelleiter. Das Ergebnis ist jedoch ähnlich: früher gab es Hausarrest, jetzt darf der Sünder auf unbestimmte Zeit auch nicht mehr mit seinen Freunden spielen.

Zeitschinder: Spezialisten für das Schinden von Freiwürfen und sonstigen Tricks, mit denen wertvolle Sekunden gewonnen werden, sollen konsequenter ausgebremst werden. Anders herum aber auch jene Abwehrspieler, die nach dem passiven Vorwarnzeichen einen Angreifer attackieren und anschließend sofort den Ballgewinn reklamieren. "Zerstörendes Abwehrverhalten ist in der Vergangenheit zu oft honoriert worden", schreibt die IHF.

Im Gegenzug soll das geschickte Zustellen von Räumen ("Aktive Abwehr") zum schnelleren Ballgewinn führen, der angreifenden Mannschaft allerdings auch mehr Zeit gewährt werden, um Temposteigerung und Tordrang erkennen zu lassen. Wer auf handfestere Angaben gehofft hatte, wird enttäuscht. Das passive Spiel wird trotz der sinnvollen Ergänzungen weiterhin Ermessensspielraum der Schiedsrichter bleiben.

Trainerfüchse: Der ganz hohen Schule des Täuschens und Betuppens wird ein Riegel vorgeschoben. Es ist ab sofort verboten, dass die Pulloverfarbe von Trainern oder Offiziellen der Trikotfarbe des Gegners entspricht. Dies könne zu Irritationen führen. Außerdem ist das Kampfgericht demnächst trainerfreie Zone. Damit sich die Übungsleiter weiter austoben können (auf Pullover-Wahl achten!), erhalten sie eine Coaching-Zone, die 3,5 Meter hinter dem Kampfgericht beginnt und der Banklänge entspricht.

Wie viele Bänke künftig aus dem Geräteraum geholt werden dürfen, steht nicht explizit in der Regel. Kreative Trainer lassen sich hier vielleicht etwas einfallen. Auch nicht gern gesehen ist zukünftig, dauernd lamentierend am Kampfgericht zu stehen oder mit der Grünen Karte nervös zuckend den best-möglichen Zeitpunkt für eine Auszeit abzupassen. Demnächst muss die Karte entspannt beim Zeitnehmer abgegeben werden und dann entspannt die Mannschaft zusammengestaucht werden.

Scharmützel am Kreis: Jeder Handballer weiß, dass während eines Spiels anatomische Untersuchungen am Kreisläufer durchzuführen sind, dieser wiederum besonders häufig seine Ellenbogen und sein (meist opulentes) Hinterteil als Forschungsobjekt zur Verfügung stellt. Weil derlei Scharmützel nicht den offiziellen Vorstellungen vom kooperativen Spiel entsprechen, werden die Schiedsrichter auf gegenseitige Bekenntnisse von Zuwendung (Festhalten, eigene Körperteile mit denen des Gegners verknoten) noch genauer achten.

in Hardcore werden sie in dne nächsten Tagen als .pdf eingestellt