Nottuln - Nach einem erfolgreichen Spiel seiner Mannschaft bevorzugt es Andreas Stolz, Trainer des Handball-Landesligisten GW Nottuln, bei einer Flasche Rotwein den Tag entspannt ausklingen zu lassen. „Ich weiß nicht, ob diesmal vielleicht sogar eine zweite Flasche dran glauben muss“, sagte er kurz nach dem Abpfiff lachend.
Was war passiert? Die Grün-Weißen setzten sich zum Saisonauftakt in der Sporthalle am Wellenfreibad gegen die TSG Harsewinkel mit 19:15 (8:11) durch und zeigten nach Angaben ihres Coaches in den zweiten 30 Minuten eine herausragende Leistung. „Ich bin nun schon seit vier Jahren in Nottuln als Trainer tätig. Eine derart starke Vorstellung wie nach dem Wiederanpfiff habe ich noch nicht gesehen.“ Lediglich vier Gegentreffer wurden zugelassen. Auf der anderen Seite bejubelte der GWN-Anhang elf Tore. „Ich ziehe den Hut vor meinen Spielerinnen. Das war allererste Sahne.“
Die Truppe aus Ostwestfalen, trainiert vom ehemaligen Nottulner Coach Reinhard Hölscher, erwischte zunächst einen vielversprechenden Start und führte schnell mit 4:2. Als die Zeitnehmerin der Gäste auf einen Wechselfehler der Stolz-Sieben entschied, verstand Stolz die Welt nicht mehr. Die anschließende Zwei-Minuten-Zeitstrafe hatte einen 3:7-Rückstand zur Folge. Der Nottulner Übungsleiter nahm eine Auszeit und besann seine Schützlinge auf deren Stärken.
Nach einem zwischenzeitlichen 5:10-Rückstand kämpften sich die Gastgeberinnen bis zum Pausenpfiff auf 8:11 heran. Die Aufholjagd wurde in den zweiten 30 Minuten eindrucksvoll fortgesetzt. Schnell konnte zum 13:13 ausgeglichen werden. Beim Stand von 14:14 setzte sich der Aufsteiger entscheidend ab und erzielte innerhalb von 15 Minuten fünf Treffer in Folge. Die Nottulner Deckung, von Sabrina Welp hervorragend organisiert, hinterließ in dieser Phase einen sehr starken Eindruck. Torhüterin Nicole Diederichs blieb ohne Gegentor.Beim Stand von 19:14 war die Gegenwehr der TSG Harsewinkel gebrochen. Einen Grund, warum der 19:15-Sieg letztlich verdient war, hatte Stolz schnell gefunden. Die geschlossene Mannschaftsleistung sei letztlich auch auf Grund einer sehr starken konditionellen Vorstellung in der zweiten Halbzeit zu Stande gekommen.
GWN: Rotermund (4), Pohlkötter (4), Westrup (4), Welp (2), Hovestadt (2), Budde (1), M. Große Lordemann (1), Gravermann (1).
VON MARCO STEINBRENNER, NOTTULN
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