Auch aus dem fünften gewerteten Spiel, dieses Mal gegen die HSG Gütersloh 1, ging die männl. A-Jugend mit 30:26 (15:12) siegreich hervor, ließ aber erneut viel Luft nach oben erkennen und brachte Zuschauer und Trainer mit einem Fehlerfestival zur Verzweiflung.
An fehlendem Einsatz lag es heute nicht, die Motivation der Mannschaft stimmte. Jedoch zeigten sich bereits zu Beginn einige Probleme mit Güterslohs offensiver 3:2:1-Deckung und wir gerieten mit 2:4 in Rückstand. Zwar konnten wir uns etwas fangen und auch in Führung gehen, jedoch im weiteren Spielverlauf nie entscheidend absetzen. Daran hinderten uns wieder einmal die bereits bekannte Fehlwurforgie sowie etliche Fang- und Abspielfehler, verbunden mit erneuten Patzern im individuellen Abwehrverhalten. Leider viel zu wenige Male blitzte vorhandenes Können bei vernünftig eingeleiteten Aktionen mit souveränen Torabschlüssen auf.
Nun sprechen wir über eine Jugendmannschaft, man sollte daher mit Fehlern rechnen und auch leben können. Jedoch darf man von einer A-Jugend sicherlich erwarten, diese Fehler anzupacken und sich um Lösungsmöglichkeiten zu bemühen. Wenn wir aber weiterhin Torwürfe nur in die jeweilige Schokoladenecke abgeben, die Ecke also nie wechseln (können), zum anderen versuchen, Bälle mit einer Hand zu fangen, weil es "cooler" ist oder in der Abwehr, aus Bequemlichkeit und Beratungsresistenz, den letzten Schritt sparen wollen, daher die Zweikämpfe verlieren und dafür anstreben, Stürmerfouls zu provozieren, die in dieser Liga sowieso nicht gepfiffen werden, werden wir uns nicht weiterentwickeln.
In der zweiten Halbzeit wurde das Ganze nicht besser. Gütersloh, nur mit 6 Feldspielern angetreten, verlor nach einer Dreiviertelstunde einen Akteur durch die 3. Hinausstellung und war fortan für den Rest des Spieles in Unterzahl. Aber selbst das konnten wir nicht entscheidend nutzen. Das Angriffsspiel blieb fehlerbehaftet, die Deckung unentschlossen. Selbst beim 25:25 war noch alles offen, ehe dann in den allerletzten drei Minuten doch noch der letztendlich zu deutlich wirkende 30:26-Sieg gelang.
Man muß es ganz klar so sagen: Durch die Verletzung von Miss Thomson sind wir handballerisch in Abwehr und Angriff deutlichst geschwächt, müßten dieses Manko durch großen Einsatz, vor allem aber durch Reduzierung unserer zahllosen Fehler wettmachen. Dabei zeigt sich aber nun das eigentliche Dilemma des Ausfalls. Des Häuptlings beraubt, bricht die Hierarchie der Mannschaft zusammen. Jeder macht, was er will, keiner, was er soll und alle machen mit. Ohne Führung auf dem Spielfeld, geht aber die Struktur unseres Spieles verloren. Wir müssen dringend wieder (je) einen "Chef" für Abwehr und Angriff finden.
Es spielten: Schröder, Polen-Paul, - Matthias, Papst Benedikt XVII., Samuel, Blondie, Alex, Mr. Joe, Tim, Harri, Arti und Mili.
Injury list: Miss Thomson (Anterior cruciate ligament rupture).