Winterfazit und Ausblick
Das Tabellenbild läst für die Rückrunde auf viel Spannung hoffen. Sowohl vorne an der Spitze als auch im Tabellenkeller ist noch lange nichts entschieden und es gibt viele Optionen. Im Aufstiegsrennen sind derzeit noch vier Teams, die abstiegsgefährdete Region beginnt spätestens ab Platz 9, wenngleich sich auch die drüber platzierten Teams bei einer Niederlagenserie nicht zu sicher sein dürfen, da es selbst mit 20 Punkten noch eng werden könnte.
Aufstiegsrennen
Spitzenreiter TSV Ladbergen vefügt mit Abstand über das beste Torverhältnis und stellt dabei sowohl die beste Abwehr als auch Angriff. Im Schnitt sahen die Zuschauer 31 geworfene und 24 kassierte Tore. Die einzige wirkliche Schwäche zeigten die Mateina-Jungs in Harsewinkel, eine Woche nach dem Remis beim Spitzenspiel gegen Telgte. Ansonsten lieferten die Ladbergener stets höchste Qualitätsarbeit ab. Die Mateina-Sieben spielt einen flotten Ball, hat mit Keeper Hruschka einen absoluten Fels in der Brandung und zudem ein begeisterungsfähiges Publikum. All das macht sie zum Aufstiegsfavoriten Nummer 1. Allerdings sind alle Spiele gegen die Top 5 der Liga auswärts, so dass die Konkurrenz natürlich noch auf den ein oder anderen Ausrutscher hofft.
Aufstiegschance: 50 %
Der derzeitigte Tabellenzweite Friesen Telgte verstärkte sich insbesondere mit dem weißrussischen Ex-Nationalspieler Goldin und legte einen imposanten 14-0 Start hin. Dann jedoch folgten nach dem Remis bei Ladbergen nur noch 2-6 Punkten mit Niederlagen gegen den ISV, Senden und Sparta. Im letzten Rückrundenspiel kommt der TuS 97, hier sollte ein dringend ein Sieg her, um den Anschluss nicht zu verlieren. In der Rückrunde besitzen die Friesen gegen die Topteams lediglich gegen Ladbergen Heimrecht, ansonsten muss man nach Werther, Jöllenbeck und Ibbenbüren reisen. Ein Fragezeichen steht auch noch hinter dem Trainer in der kommenden Saison, nachdem Jörg Pags Vertrag nicht verlängert wurde. Sollten die Friesen ohne größere Unruhe und einem erneuten Sahnestart ins Neue Jahr kommen, ist der Aufstieg noch erreichbar.
Aufstiegschance: 15 %
Der TV Werther verstärkte sich vor der Serie mit Listing (Löhne), Brüggemeyer, M. Damm, Ebers (alle Mennighüffen) und Gührs (Eicken) herausragend und zählte somit natürlich zu den Aufstiegsfavoriten. Allerdings sorgten die fehlende Eingespieltheit und Verletzungspech für einen 6-6 Stotterstart. Dieser muss jedoch relativiert werden, wenn man die Gegner betrachtet, gegen die die Punkte verloren hat: In Telgte und Ladbergen kann auch ein Aufstiegskandidat verlieren, die Niederlage gegen Harsewinkel kann sicherlich auch passieren. Es folgten 11-1 Punkte einer immer stärker werdende Mannschaft. Der eine Punkt wurde in einem tollen Handballspiel gegen den TuS 97 abgegeben und ärgert natürlich in der Tabelle, das Spiel war trotzdem ein Highlight und zeigte, dass die Mannschaft sich mittlerweile voll gefunden hat. Ein Titel dürfte den Wertheranern bereits sicher sein: Die "Altkreis"-Meisterschaft in der Landesliga ist wohl ihr kaum noch zu nehmen. In der Rückrunde muss Werther noch nach Jöllenbeck und Ibbenbüren, die frühen Rückrundenspiele gegen Ladbergen (Hinspiel 24-26) und Telgte (26-33) sind in heimischer Halle. Sollten sich die Tegelhüter-Jungs hier schadlos halten und evtl. sogar den direkten Vergleich für sich entscheiden, sind sie zurück im Spiel. Vom Potential her hat die Mannschaft die Verbandsliga jedenfalls drauf.
Aufstiegschance: 30 %
Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II fühlt sich mit einer sehr jungen Mannschaft pudelwohl in der Staffel. Der zweitbeste Angriff der Liga hatte zwar in Mitte der Hinrunde einen kleinen Hänger, die letzten Rückrundenspiele waren jedoch wieder stark Die Niederlagen gab es in Ladbergen, Münster und Schildesche. Imposant dagegen die Heimstärke (12-0 Punkte), die auch in der Rückrunde zu einem Pfund werden kann. Schließlich treten dann Ladbergen, Telgte und Werther noch an der Dorfstraße an. Im Gegensatz zu den Vorjahren profitieren die Jürmker davon, dass bislang bis auf Keeper Trittin kein Spieler fest in die 1. Mannschaft hochgezogen wurde. Daher ist das Tor mit bislang 6 verschiedenen Keepern die einzige Unkonstante, ansonsten ist die Mannschaft sehr ausgeglichen besetzt. An guten Tagen ist dies ein großer Vorteil, an schwächeren Tagen gibt es dafür dann allerdings auch keinen "eingebaute Torgarantie" in Form eines überragenden Einzelakteurs. Wichtig für die Jürmker wird sein, dass sie weiterhin so zusammenbleiben und ihre Heimspiele weiterhin erfolgreich gestalten. Benjamin Dettke wird in der Rückrunde in der 3. Herren spielen, dafür stehen Tim Werning und Björn Klusmann wieder voll zur Verfügung. Die junge Mannschaft unterliegt naturgemäß noch einigen Leisutngsschwankungen.
Aufstiegschance: 5 %
Mittelfeld
Das Mittelfeld wird derzeit angeführt von der Ibbenbürener Spvg II. Die Spielvereinigung startete mit 8-0 Punkten hervorragend in die Serie und ließ danach etwas die Konstanz vermissen. So kamen Siege über Telgte oder auch Niederlagen gegen Isselhorste zu Stande. Im letzten Hinrundenspiel geht es zum Primus Ladbergen, danach muss die ISV wieder eine kleine Serie starten, um das Mittelfeld weiter anzuführen. Die erfahrene, abwehrstarke Truppe wird sich ohne größeres Verletzungspech auf jeden Fall im Mittelfeld behaupten.
Auf und ab ging es auch bei Sparta Münster, wobei der Aufwärtstrend zuletzt deutlich überwiegte. Nach einem durchwachsenen 2-6 Start blieben die Münsteraner 5 Spiele in Folge ungeschlagen. Zuletzt folgte ein Sieg gegen Friesen Telgte. Dabei ist Sparta längst nicht mehr abhängig vom gefürchteten Ailko Fischer. Auch ohne den wurfgewaltigen Rückraumschützen kann Sparta jedem Gegner Kopfzerbrechen bereiten. Bleibt der gezeigte Aufwärtstrend erhalten kann Sparta noch einige Plätze gutmachen.
Der SC Nordwalde um Rückraumspieler Dirk Bölscher (65/25 Tore) bekam in den ersten drei Heimspielen zunächst kein Bein an die Erde und verlor gegen Jöllenbeck, Werther und Telgte. Durch gute Auswärsleistungen holte sich das Team jedoch das nötige Selbstvertrauen und fand auch zu Hause wieder in die Spur. Die zweitbeste Abwehr der Liga war die Grundlage für eine gute Bilanz in den letzten Spielen. Beachtlich: Der SCN hat das zweitbester Torverhältnis der Liga! Basierend auf die gute Abwehr sollte der SCN keine allzu großen Abstiegssorgen bekommen.
Die TSG Harsewinkel ist wohl die mit Abstand unberechenbarste Mannschaft der Liga. An einem guten Tag kann jeder Gegner geschlagen werden (z.B. Werther und Ladbergen), an anderen Tagen klappt jedoch nicht allzuviel (z.B. Hörste und Hohne/Lengerich). Vorne immer gefährlich, ist die TSG mit ihrer offensiven Abwehr (teils 3-3 oder 4-2) teilweise noch anfällig. Gespannt darf man aber auch sein, wie das Team auf die Ansage von Coach Bezdicek reagieren wird, dem egal sei, "ob er für die neue Saison fünf oder zehn neue Spieler holen müsse, um die nötige Qualität in den Kader zu bekommen". Schließlich soll die Landesliga nicht die Endstation für den Ex-Nationalspieler und seinen Verein sein. Für die Rückrunde wird noch ein Kreisläufer gesucht. Der Aufsteiger von Coach Mike Bezdicek kann sicherlich vom Potential her noch einige Plätze gut machen und wird noch den ein oder anderen Favoriten gehörig ärgern.
Abstiegskampf
Viele Experten hatten die TG Hörste (mal wieder) als Abstiegskandidat Nummer 1 auf dem Zettel. Es kam jedoch (mal wieder) anders - und das unter erschwerten Bedingungen. In den Vorjahren verpatzte Hörste den Start meist völlig. In diesem Jahr kam erschwerend hinzu, dass mit Alexander Wagemann und Ralf Brinkmann langjährige Pfeiler wegbrachen und die Haller Masch zunächst unbespielbar war, so dass alle Spiele anfangs auswärts ausgetragen werden mussten. Trainer Sebastian Cuhlmann verstand es dennoch sehr schnell, aus einigen Talenten und erfahrenen Spielern trotz eines 2-6 Starts eine schlagkräftige Mannschaft zusammen zu stellen. In der wieder eröffneten Masch konnte lediglich Spitzenreiter Ladbergen die Punkte erobern. Allerdings gab es auswärts bislang erst 3 Punkte zu holen, so dass Halle noch nicht über den Berg ist. Die Voraussetzungen für einen erneuten Klassenerhalt sind bei 4 Punkten Vorsprung und weiteren 8 Heimspielen (!) jedoch nicht so schlecht, wobei den nächsten Partien gegen Senden II und Hohne/Lengerich zu Hause eine wichtige Bedeutung zu kommt.
Mit 2-12 Punkten erwischte der als heimstark geltende TV Isselhorst keinen guten Start in die Saison. Dann jedoch folgten vier ungeschlagene Spiele in Serie, u.a. mit einem Sieg in Ibbenbüren, ehe kurz vor der Winterpause beim TuS 97 die Serie gestoppt wurde. Die Turner hatten einige Verletzungsprobleme und hoffen in der Rückrunde schnell weitere Zähler zu sammeln. Ansonsten wird die Mannschaft von Peter Dargel länger im Keller stecken und einem langen Abstiegskampf entgegensehen, der vor allem mit der bekannten Heimstärke positiv enden kann.
Als Aufsteiger hat sich die TG Schildesche zu Huase recht schnell gut eingelebt in der Bezirksliga. Auswärts steht allerdings weiterhin eine 0 auf der Habenseite. Dies muss sich ändern, wenn die Schildescher nicht tief in den Abstiegskampf involviert werden wollen. „Ich bin trotzdem überzeugt, dass wir den Klassenverbleib schaffen“, meint Neitzel. Zwei Gründe hierfür sind die Zugänge Peter Hagemann, der auf allen Rückraumpositionen spielen kann, sowie der A-Jugendliche Marvin Mitecki. „Auf der linken Seite hatten wir zu wenig Konstanz. Sie können Artur Spädt oder Ralf Eichelbrenner auch mal entlasten“, so Neitzel.
DIe ASV Senden II hat die Bezirksliga Staffel III im Vorjahr mehr als dominiert. In der Landesliga hatte das Hollenberg-Team jedoch zunächst ein großes Verletzungspech und startete mit 2-10 Punkten entsprechend schwach. Ein deutliches Ausrufezeichen gab es zuletzt durch den Heimsieg über Telgte. Die Sendener haben sicherlich bei einer besser laufenden Rückrunde das Potential, die Liga zu halten. Ein Vorteil könnte sein, dass zu Hause bereits alle Spitzenteams "abgearbeitet" sind und nun die Teams aus den mittleren und unteren Regionen in Senden antreten. "Die letzten fünf Jahre waren sehr erfolgreich, aber jetzt stagnieren wir etwas. Das war nach dem Aufstieg aber abzusehen. Wir können in der Landesliga mithalten. Dass wir in der Rückrunde den Klassenerhalt sichern, wird kein Selbstläufer. Die Mannschaft kann das aber schaffen.", so Trainer Hollenberg, der bereits für die kommende Saison zugesagt hat. Gearbeitet werden muss an der Abwehr, die mit 384 Gegentoren die zweitmeisten Treffer kassierte.
Auch Aufsteiger Nummer 4, die HSG Hohne/Lengerich befindet sich mitten im Abstiegskampf. Die HSG hat das schlechteste Torverhältnis, den zweitwenigsten Tore und die meisten Gegentore. Dies macht ebenso wenig wie die 10 erfolglosen Spiele in Folge wenig Hoffnung, den Rückstant auf die gesicherten Plätze zu erreichen. Allerdings wurde am letzten Spieltag vor Weihnachten durch einen deutlichen Sieg über Harsewinkel ein hörbares Lebenszeichen gesetzt, so dass die HSG noch lange nicht abgeschrieben werden darf.
Schweren Zeiten blickt die Spvg Versmold entgegen. Weder der Trainerwechsel von Godde auf Schmidtmeyer noch die Verpflichtung des serbischen Ligaspielers Medjedovic brachten die ersehnten Punkte. Der Serbe entpuppte sich trotz einiger Tore nicht als die erhoffte Rettung und ist mittlerweile wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Weitere Neuzugänge sind zunächst nicht in Sicht und für die neue Serie bahnt sich ein weiterer Aderlass an: Tim Bissmann wechselt zu Loxten, Jochen Strieckmann, Maik Reimuns und Patrick Bettmann werden mit der Spvg Hesselteich in Verbindung gebracht werden und Leitwolf Marc Uthmann möchte in der kommenden Saison kürzer treten. Abteilungsleiter Strkeljahn zur Situation: »Mit den finanziellen Mitteln, die unsere Abteilung von sich aus aufbringt, werden wir nicht auf Teufel komm raus Spieler für die erste Mannschaft holen.« Stattdessen hält die Spvg. Ausschau nach Ex-Aktiven mit höherklassiger Erfahrung, »die uns bis Saisonende weiterhelfen.« Strakeljahn bestätigte Gespräche mit »zwei bis drei Kandidaten«. Ob sich diese Neuverpflichtungen realisieren lassen, sei aber noch unklar.Der einzige Sieg gelang in Hohne, der Punktgewinn bei Sparta. In heimischer Halle stehen bislang 0 Punkte zu Buche. Die Spvg braucht im Neuen Jahr viel Optimismus und einen richtig guten Lauf, um das Klassenziel zu erreichen.