Jonas Austermann auf dem Weg nach Neuseeland

Heute startet Jonas in sein neues Abenteuer. Kurz vor seiner Abreise hat er einige Gedanken in einem Interview erläutert:

Jonas Austermann spielt erfolgreich Handball. Zuletzt als Rechtsaußen auch in der 1. Herren, Landesliga. Im Juni hat er sein Abitur gemacht und will jetzt ein Jahr lang auf große Fahrt gehen.
Warum willst Du so weit weg?


Jonas:
Ich hatte mir immer mal gedacht, nach dem Abi vielleicht auf Reisen zu gehen und ein Jahr Auszeit von Deutschland und dem klassischen Werdegang des Lebens zu nehmen. Ich  habe aber hab nie wirklich geglaubt, dass ich mich wirklich traue und den Schritt wage, doch mein Wunsch danach wurde eigentlich immer nur größer, als ich Fotos von anderen gesehen habe, die zum Beispiel in Australien oder Neuseeland waren.

Du fliegst nach Neuseeland, weiter geht’s nicht?

Jonas:
Tatsächlich, weiter geht es nicht. 18.000 Kilometer liegen zwischen Deutschland und meinem Ziel. Ich dachte mir, wenn ich schon weg bin, dann richtig! Naja nicht ganz... Dass die Wahl auf Neuseeland gefallen ist, liegt eigentlich an der neuseeländischen Handball-Nationalmannschaft, gegen die wir ja im letzten Jahr ein Freundschaftsspiel gemacht haben. Als wir danach abends beim Essen mit den Kiwis ins Gespräch gekommen sind, habe ich angefangen darüber nachzudenken vielleicht ein Jahr nach Neuseeland zu gehen. Die Erzählungen, wie toll doch eigentlich das „Land der langen weißen Wolke“ ist und was es zu erleben gibt haben mich direkt beeindruckt. Vor allem aber der Gedanke an das traditionelle Hāngi ( www.de.wikipedia.org/wiki/Hangi ), bei dem angeblich Unmengen von Fleisch gegart werden, konnte meinem Hunger dann wohl nicht widerstehen und ich habe mich nach einiger Überlegung für Neuseeland entschieden und angefangen Vorbereitungen zu treffen.

Hast du denn noch Kontakt mit den Kiwis aus der Nationalmannschaft und kannst sie vielleicht sogar besuchen?

Jonas:
Jaa, ich habe mich den Jungs direkt ausgetauscht und seitdem habe ich mit einigen von denen sogar richtig oft Kontakt und man tauscht sich ein wenig aus, wie es beim Handball so läuft oder was ich für Neuseeland beachten muss. Ich werde meine Handballschuhe auch per Post an einen der Kiwis schicken, um wenigstens ein bisschen dem Handballspielen treu zu bleiben. Das fehlt mir jetzt schon enorm. Da ich aber rumreise und nicht an einem Ort bleibe, wird es schwer oft in das Vergnügen zu kommen. In Wellington und Umgebung, wo eigentlich die meisten aus dem Nationalteam leben, bleibe ich dann aber eventuell ein wenig länger und werde hoffentlich die Freundschaft ein wenig festigen, um sie eventuell ja noch mal dazu bewegen zu können uns in Harsewinkel zu besuchen und sich handballerisch weiterzuentwickeln. Das Interesse zeigen sie auf jeden Fall schon.

Wie lange willst Du jeweils an einem Ort bleiben?

Jonas:
Das entscheide ich alles spontan. Wenn mir ein Ort gut gefällt bleibe ich einfach länger und wenn es nichts mehr zu sehen gibt oder die Situation sich einfach nicht mehr verändert, reise ich weiter. Sollte ich irgendwo Arbeit finden, werde ich mit Sicherheit auch mal 2-3 Wochen in einem Gebiet bleiben. Nur in Blenheim werde ich aller Voraussicht nach länger bleiben, da ich dort Mitte Dezember ankommen möchte, um dann mit Karl Fitzpatrick (Mittelmann der NZ-Nationalmannschaft) vielleicht Weihnachten feiern zu können. Er ist momentan noch in Finnland unterwegs, aber dann kurzzeitig in Neuseeland, um seine Familie zu besuchen. Passend ist, dass Blenheim zu den sonnenreichsten Orten Neuseelands gehört und dort kann ich dann um Neujahr rum auf den Weingütern helfen und ein wenig Sonne tanken. Mal sehen wie mir Weihnachten mit Sonne, Meer und Barbecue gefällt!

Andere Länder, andere Sitten, Du wirst sicher viel erleben, aber auch Ungewohntes hinnehmen müssen.

Jonas:
Das macht ja grad den Reiz aus. Auch wenn ich nun in Deutschland einen neuen Lebensabschnitt begonnen hätte, erlebe ich in Neuseeland mit Sicherheit erstmal Dinge, mit denen ich vorher nie gerechnet habe. Auch wenn ich mich vorbereitet habe, so wird sich das tatsächliche Leben bestimmt noch mal anders anfühlen, als man sich das vorher vorgestellt hat. Immerhin muss ich ab Sonntag komplett selbst versorgen und dann kann mir niemand mehr großartig helfen. Ich mache diese Reise ja auch deswegen bewusst alleine, damit ich wirklich mal auf eigenen Beinen stehe und mich nicht an irgendwen binden muss. Wenn das nicht klappt und ich in meiner Planung große Fehler mache, hat mich die TSG vielleicht eher zurück als erwartet. Ich hoffe ich darf dann direkt wieder mit dem Spielen anfangen, nachdem ich in 15 Jahren bei diesem Verein so ziemlich alles miterlebt habe! Auch wenn mir der Gedanke gefällt, so will ich schon ganz gern 11-12 Monate auf der anderen Seite der Erde verbringen.

Hast Du denn das Rückflugticket schon bezahlt, oder musst Du Dir das Geld dafür erst verdienen?
Jonas:
Also das Rückflugticket ist schon bezahlt, aber Geld verdienen muss ich mir in Neuseeland trotzdem. Unterkunft, Verpflegung und vor allem Aktivitäten wie Fallschirmspringen, Bungeejumping, Mountainbiking etc. strapazieren meine Reisekasse vermutlich enorm. Aber die Arbeit an sich sorgt mit Sicherheit auch dafür, dass ich mal nen geregelten Tagesablauf habe und das wirkliche Leben in Neuseeland mehr mitbekomme. Ich bin auch guter Dinge Arbeit zu finden, weil ich da eigentlich nicht wirklich wählerisch bin und die Wirtschaft in Neuseeland mit den Backpackern rechnet und immer Arbeit als Fruitpicker oder auf einem Weingut vorhanden ist. Vielleicht kann ich mich ja sogar als Handballtrainer versuchen, wie mir von den Kiwis schon vorgeschlagen wurde. Hauptsache ich habe eine schöne Zeit und lerne eine Menge dazu!

Wir wünschen Dir alles Gute, komm gesund und munter wieder und lass mal etwas von Dir hören.