In der NW vom 14. Dezember 2011 habe ich einen recht interessanten Kommentar von Uwe Kramme gefunden.
Lokalsport
Harsewinkeler Handballer streben in die Verbandsliga
Nur Trainingsbedingungen passen nicht
UWE KRAMME
Die Handballer der TSG Harsewinkel streben in der Landesliga scheinbar unaufhaltsam der Meisterschaft und damit der Verbandsliga entgegen. Zehn Spiele, zehn Siege, 370:232 Tore und fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten lautet die beeindruckende Zwischenbilanz.
Aber die Konkurrenz beginnt im Titelkampf nicht nur wegen dieser imponierenden Zahlen zu resignieren. Die Harsewinkeler spielen modernen, schnellen Handball. Sie haben in der Abwehr von der defensiven 6:0-Formation bis zum offensiven 4:2-Verband die verschiedensten Variationen drauf. Im Angriff können sie dank des für Sechstliga-Verhältnisse üppig besetzten Kaders nahezu nach Belieben aber zumindest so lange variieren, bis sie den Gegner mürbe gespielt haben.
Weil Trainer Mike Bezdicek nicht nur auf prominente Verpflichtungen setzt, sondern Harsewinkeler Jungs beim Aufbau seiner Mannschaft mitgenommen hat, kommt das Unternehmen Aufstieg beim Publikum an. Dank Rums-Bums-Kapelle, Cheerleadern und gut besuchten Rängen ist Harsewinkel auf dem besten Weg, die Stimmungs-Hauptstadt im Handballkreis Gütersloh zu werden. Bei solchen Voraussetzungen braucht es keine Phantasie, um der TSG auch in der Verbandsliga eine gute Rolle vorauszusagen, zumal genug sportliches Knowhow, Engagement und offenbar auch finanzielle Mittel vorhanden sind, um den Kader noch weiter zu verbessern.
Trotz dieser positiven Vorzeichen scheint Ende 2011 für den Harsewinkeler Handball jedoch nicht nur die Sonne. Die Trainings- und Spielmöglichkeiten sind ausgeschöpft. In der Landesliga mag es es noch gut gehen, dass die Mannschaft vor einem wichtigen Spiel nur eine Übungseinheit in der kompletten Halle absolvieren kann. In der Verbandsliga geht ständiges Improvisieren nicht mehr. Und dass sein Aushängeschild sogar schon bei einem Konkurrenten „Asyl“ suchen musste, um sich vorbereiten zu können, ist für den Harsewinkeler Sport peinlich.
Auf zusätzliche Trainingseinheiten ist die TSG aber nicht nur wegen der Erfordernisse für ihre leistungsorientierten Mannschaften im Senioren- und Jugendbereich angewiesen. Die mit 26 Teams zu den größten im Kreis gehörende Handballabteilung muss Heimspiele in Brockhagen, Sassenberg und Isselhorst organisieren, um über die Serie zu kommen. Geht es nach ihren Wünschen, bringt das Jahr 2012 den Harsewinkeler Handballern nicht nur Meisterschaft und Aufstieg, sondern endlich auch grünes Licht der Politik für die schon so lange überfällige neue Sporthalle.
uwe.kramme@
ihr-kommentar.de
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