neue Halle in der Stadt Harsewinkel - ja oder nein - Stellungnahmer der Sportler

Das von der Stadt Harsewinkel bei der "NRW Beratungsstelle Sportstätten" in Auftrag gegebene Gutachten wurde uns, den Vereinen, am 07.07.2008 durch die Stadt ohne weiteren Kommentar zur Verfügung gestellt.
Da zum 14.07.2008 ein Erörterungstermin mit dem Gutachter, Herr Mundt, vereinbart war, haben wir das als Vorbereitung auf diesen Termin verstanden.

Sehr verärgert mussten wir aber feststellen, dass das Gutachten zeitgleich und ebenfalls ohne Kommentar an die Presse gegeben worden war, leider wurde dort das im Gutachten gezogene Fazit - Kein weiterer Hallenbedarf - voreilig übernommen. In der Öffentlichkeit musste so der Eindruck entstehen, das Gutachten lässt nur diesen Schluss zu, aber die Vereinsvertreter haben sofort reagiert und in Gesprächen mit der Bürgermeisterin erreicht, dass zumindest die veralteten Zahlen (Stand 1.1.2006) auf den 1.1.2007 aktualisiert wurden, was alleine schon den im Gutachten festgestellten Hallenfehlbedarf von 2 auf 3 Einheiten erhöhte.

Am 14.7.2008 fand ein ca. 3-stündiges Gespräch im Rathaus statt, in der die Vereine ihrem Unmut über die veraltete Datengrundlage und die von wenig Praxis gekennzeichneten Lösungsansätze deutlich machten.
Die Vereine haben sich dann entschlossen, eine gemeinsame Pressekonferenz zu diesem Gutachten zu machen, was am 18.07.2008 erfolgt ist (s. Überschrift).

Stellungnahmer der Vereine:

Offizielle Pressemitteilung des Stadtsportrings, der Tanzsportgarde „Rote Funken“, sowie der drei großen Harsewinkeler Sportvereine, FC Greffen, TSG Harsewinkel und Schwarz-Weiss Marienfeld zum vorliegenden Gutachten der „NRW Beratungsstelle Sportstätten“

Im Februar 2008 beauftragte die Verwaltung der Stadt Harsewinkel aufgrund einer politischen Entscheidung die „NRW Beratungsstelle Sportstätten“ eine Bedarfsanalyse für die Sportstätten im Stadtgebiet von Harsewinkel durchzuführen.

Diesbezüglich fand am 22. April 2008 ein gemeinsames Gespräch mit dem Stadtsportring, der Tanzsportgarde der „Roten Funken“ und den drei großen Sportvereinen FC Greffen, TSG Harsewinkel, und Schwarz-Weiss Marienfeld und der Beratungsstelle, vertreten durch Herrn Mund, statt.

Bedauerlicherweise wurde die danach von Herrn Mund erstellte und der Stadt Anfang Juli vorgelegte Bedarfsanalyse ohne vorherige Rücksprache mit den Vereinen – wie ursprünglich vorgesehen – kurz darauf und ohne erläuternden Kommentar über die Presse veröffentlicht. In der Öffentlichkeit ist dadurch der Eindruck entstanden, dass im Stadtgebiet von Harsewinkel kein Bedarf für eine neue Sporthalle vorhanden sei. Dieser Eindruck kann von den o. g. Vereinen nicht akzeptiert werden, welches auch am 14. Juli 2008, beim Gespräch mit der Verwaltung und Herrn Mund von allen deutlich zum Ausdruck gebracht wurde.

Das Gutachten von Herrn Mund erkennt schon heute den Bedarf von zwei Halleneinheiten an, obwohl er nicht von aktuellen Zahlen und zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten ausgegangen ist. In dem Gespräch am 14. Juli konnten die Vereinsvertreter deutlich machen, dass schon allein bei der Berücksichtigung aktueller Zahlen noch eine dritte Halleneinheit notwendig wäre. Eine zukunftsorientierte Betrachtung würde diesen Mangel weiter vergrößern.

Die Mehrzahl der im Gutachten vorgetragenen Lösungsansätze finden keine Zustimmung bei den Vereinen.

So soll z. B. die Kleinspielfläche am Schulzentrum überdacht werden, um so den kleinsten und ältesten Fußballern aus allen drei Ortsteilen zusätzlichen Übungsraum im Winter zu bieten. Man sollte jedoch wissen, dass zu Beginn diesen Jahres der Rat unserer Stadt einmütig beschlossen hat, das Moddenbachgelände nicht weiter zu bebauen. Sollte dies dennoch realisiert werden, sind berechtigte Proteste der Übungsleiter, sowie der Eltern für die zahlreichen Kinder- und Jugendgruppen vorprogrammiert.

Den in der Tat sanierungsbedürftigen Gymnastikraum in der Dreifachturnhalle zu unterteilen macht wenig Sinn. Daraus dann aber für die Sportstättenbedarfsplanung eine komplette Halleneinheit abzuleiten, unterstreicht den fragwürdigen theoretischen Ansatz.

Dann bezieht sich das Gutachten auch nur auf den Trainingsbetrieb. Der im Regelfall an den Wochenenden stattfindende Spiel- und Wettkampfbetrieb führt zu einer zusätzlichen Einschränkung der zur Verfügung stehenden Hallenzeiten. Die außersportlichen (kulturellen) Veranstaltungen in der Mehrzweck- bzw. Dreifachturnhalle erschweren den Vereinen eine für den Wettkampfsport zwingend erforderliche Spielplanung. Derzeit wird nur der Mangel verwaltet und das unter erschwerten, nach außen kaum vermittelbaren schwierigen Rahmenbedingungen.

Das angesprochene Hallenmanagement wird schon heute von der Stadtverwaltung in vielen Bereichen praktiziert. Einer Optimierung mit nachvollziehbaren Vorgaben würden sich die Vereine nicht verschließen.

Ein weiterer im Gutachten aufgeführter Lösungsansatz stößt auf heftigsten Widerstand der Vereine – nämlich die fast ausschließliche Nutzung der Mehrzweckhalle in Harsewinkel und der Spielhalle in Greffen durch die Handballer von FC Greffen und TSG Harsewinkel. Bedrohliche Auswirkungen würden sich dadurch zukünftig ergeben, weil anderen Sportarten hierdurch Trainingszeiten weggenommen werden. Wann und wo sollen diese Zeiten aufgefangen werden? Das würde in allen Vereinen sowohl bei den Übungsleitern, als auch den Eltern, zurecht auf erheblichen Widerstand stoßen. Des weiteren würde man kaum noch jemanden für das „Ehrenamt“ des Übungsleiters gewinnen können, wo es doch schon heute sehr schwer ist, jemanden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu begeistern. Ein derartiges theoretisches Modell ist nach Meinung der Vereine nicht mit den Grundregeln der allgemeinen Trainingslehre zu vereinbaren. Eine Umsetzung in die Praxis ist nicht realistisch. Ungeachtet der, nach Meinung der Vereine, unzureichenden Zusammenstellung von Leistungsdaten für dieses Gutachten (u. a. keine aktuellen Zahlen, fehlende Zukunftsorientierung, fehlender Wettkampfbetrieb) kommt der Gutachter bereits jetzt trotz der vielen strittigen Punkte des Gutachtens, zu einem Fehlbedarf von zwei, bzw. drei Halleneinheiten.

Die Vereine erwarten, dass die Politik und die Verwaltung diese Tatsache vorbehaltlos anerkennen!  Den Neubau einer großen Sporthalle in Harsewinkel/Marienfeld halten die Vereine aus den hier aufgezeigten Gründen, insbesondere auch unter dem Aspekt eines leistungsorientierten Wettkampfsportes, nach wie vor für unverzichtbar. Gleichzeitig erklären, wie oben schon erwähnt, die Vereine ihre Bereitschaft zu einer Mitarbeit an Konzepten zur Verbesserung der Nutzungssituation. Um gut vorbereitet in weitere Gespräche zu gehen, hat der Stadtsportring für Samstag, den 26. Juli 2008 im Rahmen einer Vereinsberatung durch den Landessportbund NRW zu einer ganztägigen Klausurtagung unter dem Thema „Sportraumentwicklung in Harsewinkel“ eingeladen, an der die größeren Vereine teilnehmen werden. Alle Vereine und deren Mitglieder sind gespannt, ob es sich die Politik traut, Entscheidungen gegen die Sportler Harsewinkels mit einem fragwürdigen Gutachten zu begründen.

Für die am 14. Juli 2008 vertretenen Vereine:

Stadtsportring Harsewinkel                Jutta Eckstein

Tanzsportgarde „Rote Funken“          Daniela Schafarik

FC Greffen                                         Jürgen Brenne

TSG Harsewinkel                                Theo Elbers

Schwarz-Weiss Marienfeld                 Karl-Heinz Westbeld

Marienfeld, den 18. Juli 2008

PS: wer sich für die Materie interssiert kann gerne jederzeit Kontakt mit dem Vorstand der Handballabteilung oder aber der TSG aufnehmen