Am letzten Wochenende nahmen von unserer TSG 6 Mannschaften an den offenen Niedersachsenmeisterschaften im Beachhandball teil. Für alle unsere Spielerinnen und Spieler war es eine Premiere auf diesem Spielbelag. Rasen oder Schlacke sind wir ja schon gewohnt, aber reiner Pulversand ist doch schon eine andere Herausforderung. Das zweite Problem, das auf uns zukam, waren die Spielregeln. Bis dato kannten wir die Regeln nur grob, doch an diesem Wochenende sind wir zu richtigen Profis gereift. Aber der Reihe nach.Im Grunde war der „Ausflug“ nach Cuxhaven ein reines Abenteuer, denn keiner wusste, was uns erwartete. Die Reiseplanung sah vor, dass die Kinder und die Begleitpersonen ihr Gepäck am Donnerstagabend abgeben konnten, damit die Zugreise ohne großes und schweres Gepäck absolviert werden kann. Da der zugesagte Anhänger kurzfristig ausfiel, wollte Guido die ganzen Gepäckstücke ins Wohnmobil packen und am nächsten Morgen in den neuen Anhänger umladen. Ziemlich schnell wurde klar, dass das Gepäck von 53 Personen inkl. Zelte, Matratzen und Schlafsäcke nicht ins Gefährt passen würden. So wurden kurzerhand alle restlichen Gepäckstücke in die Halle verfrachtet. Am Freitag war es dann endlich soweit. Nachdem der Anhänger geholt und die restlichen Gepäckstücke aus der Halle im Anhänger verstaut waren, fuhr Guido mit Anja im Wohnmobil nach Cuxhaven. Im Laufe des Tages folgte noch Familie Temme in ihrem Flitzer. Die beiden dienstältesten Trainer haben sich somit aus dem Staub gemacht. Die Verantwortung für die restlichen Teilnehmer trugen von nun an in erster Linie Tesi und Anna. Nachdem die Liste mit allen Spielerinnen und Spieler sowie den begleitenden Eltern vollständig war, brach die Reisegruppe mit dem Bus auf nach Osnabrück. Dort wurde die Reise mit der Bahn fortgesetzt. Dieser Teil der Fahrt sah eine Umsteigeaktion vor. Nun kam der Vorteil der beiden hübschen Trainerinnen zum Vorschein, denn sie wollten sich noch einmal letzte Infos beim jungen Schaffner einholen, damit es beim Umsteigen keine Komplikationen gibt. Der Schaffner wollte den beiden Mädels wohl gefallen und gab den beiden einen so genannten Insider-Tipp. Dieser sah vor, einen Bahnhof früher umzusteigen, damit alle einen Sitzplatz bekommen würden, denn beim neuen Zug handelte es sich um so einen kleinen Zug wie die der NordWest-Bahn (70 Plätze). Sofort wurden alle Teilnehmer informiert, doch dann kam ein kleines Malheur dazwischen. Der Zug, der vor unserem Zug im Bahnhof stand, hatte einen Defekt mit seinen Türen. So musste unser Zug 5 Minuten warten. Kostbare Zeit, die uns beim Umsteigen fehlen würde. Der Schaffner, nun richtiger Kavalier, holte sein Funkgerät raus (oder so ähnlich) und gab dem Personal am Bahnhof bescheid, dass der andere Zug nicht losfahren dürfte, da viele Leute umsteigen wollten. Dies geschah dann auch so. Als der neue Zugführer aber sah, wie viele Personen auf einmal in seinen Zug einsteigen wollten, bekam er leicht Panik. So viele Sitzplätze hatte er gar nicht. So kamen dann drei unserer Spielerinnen in den Genuss, die Route vorne beim Zugführer mit zu fahren. In Cuxhaven folgte dann die letzte Umsteigeaktion. Nun vom Zug in den für uns reservierten Bus. Nachdem wir am Turniergelände angekommen waren, musste das Gepäck vom Campingplatz, auf dem es sich Guido und Anja mit ihren Gästen aus Frankreich gemütlich gemacht haben, noch zum Deich geschleppt werden. Zum Glück war der Campingplatz genau auf der anderen Straßenseite. Kurz bevor es dunkel wurde, waren dann die letzten Zelte aufgebaut bzw. umgestellt. Trotz des anstrengenden Tages gingen unsere Spielerinnen und Spieler noch auf die eigens für die Turnierteilnehmer organisierte Party im großen Festzelt.Der Samstagmorgen begann mit einem hervorragenden Frühstück bzw. zuvor noch mit einem herzhaften Wecken der jüngeren Spielerinnen und Spieler. Um 10.00 Uhr war es dann soweit, das Turnier begann. Es wurde auf 10 Plätzen gespielt. Ziel des Spiels beim Beachhandball ist es, möglichst beide Halbzeiten zu gewinnen, da das Spiel nach Ablauf der ersten 10 Minuten wieder bei 0:0 anfängt. Gewinnen beide Mannschaften eine Halbzeit, dann kommt es zum so genannten Shoot-Out. Das bedeutet einfach gesagt Siebenmeter werfen nur im Gegenstoß. Leider lag uns dieses System nicht, aber dazu später mehr. Unter dem Fantasienamen Spökenkieker Deern für die Mädchen und Spökenkieker Buben für die Jungen gingen wir an den Start. Gleich in der zweiten Spielrunde musste eine unserer beiden wC-Jugend-Mannschaften antreten. Hier merkte man sofort, dass wir totale Neueinsteiger waren. Gegen den späteren Finalisten Red Dynamite 1 gab es eine herbe Niederlage. Fast alle unsere Mannschaften verloren ihr erstes Gruppenspiel. Doch das änderte sich bald. So langsam verstanden wir die taktischen Finessen und wurden von Spiel zu Spiel immer besser. Am Ende des ersten Tages standen dann unsere beiden wD-Jugendmannschaften im Viertelfinale und die wE-Jugend sowie die mE wurden in ihren Vorrundengruppen Zweiter. Die wC-Jugend-Mannschaften mussten noch am Sonntagmorgen um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Doch die Chancen waren eher gering. Eine Mannschaft lag mit nur einem Punkt soweit zurück, dass sie ausgeschieden war und die zweite Mannschaft musste ihr Sonntagmorgenspiel 2:0 gewinnen und der Gruppenerste (Killer Pussies) den Gruppenzweiten (Beachgirls) mit 2:0 schlagen.Doch es wurde am Samstag nicht nur Handball gespielt. Immer wieder hatten wir die Möglichkeit ins Meer bzw. ins Watt zu gehen. Es war schon witzig anzusehen, dass man 500m ins Meer geht und noch nicht mal bis zur Kniekehle im Wasser steht. Am Abend kam dann der gemütliche Teil. Die Mannschaften käbbelten sich untereinander und die beiden mitgefahrenen Väter kümmerten sich um die Grillaktivitäten. Als besonderes Highlight konnte an diesem Abend noch die Mondfinsternis hervorragend verfolgt werden.Am nächsten Morgen standen die Viertelfinals an und unsere wC zog tatsächlich noch ins Viertelfinale ein. Doch leider war hier dann im Shoot-Out Schluss gegen den späteren Finalisten (Red Dynamite 1), die auch schon unsere andere C-Jugend deutlich schlug. Doch so schlecht waren wir gar nicht. In der Gruppenphase spielten wir gegen den späteren Turniersieger (Killer Pussies) und nahmen ihnen als einzige Turniermannschaft einen Punkt ab. Im Viertelfinale war auch für eine unserer wD-Jugend-Mannschaften Endstation. Doch wir hatten immerhin 3 Mannschaften in den Halbfinals stehen. Leider verloren die mE und die wD im Shoot-Out ihre Halbfinalspiele und spielten somit um den 3.Platz. Unsere wE schaffte mit einem 2:0 Sieg aber den Einzug ins Finale. Doch leider unterlagen sie im Finale dem Turniersieger in beiden Halbzeiten sehr knapp. Aber unsere Bilanz für das erste Beachhandballturnier kann sich sehen lassen. 2x Viertelfinale, 2x 3.Platz und 1x Vizemeister.Mal sehen, ob wir nächstes Jahr wieder nach Cuxhaven reisen. Dann wissen wir auch, dass die Züge am Sonntag nur im 2-Stunden-Takt fahren.